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	<title>superberti.de &#187; Mustis Reiseberichte</title>
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		<title>das war&#8217;s dann</title>
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		<pubDate>Wed, 29 Oct 2008 19:44:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>musti</dc:creator>
				<category><![CDATA[Musti in Frankreich 2008]]></category>

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		<description><![CDATA[Reisetagebuch 29-10-08 Letzes Wochenende hab ich noch mal ein paar supertolle Herbsttage in den Pyrenaeen verleben duerfen. Mit Annick und Francois sowie deren Toechter Lou und Marie sind wir in die Gegend von Bagneres de Bigorre (bei Tarbes). Dort haben sie eine umgebaute Scheune, Klo vor dem Haus, nur kaltes Wasser und Kaminfeuer zum Heizen. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Reisetagebuch 29-10-08</p>
<p>Letzes Wochenende hab ich noch mal ein paar supertolle Herbsttage in den Pyrenaeen verleben duerfen. Mit Annick und Francois sowie deren Toechter Lou und Marie sind wir in die Gegend von Bagneres de Bigorre (bei Tarbes). Dort haben sie eine umgebaute Scheune, Klo vor dem Haus, nur kaltes Wasser und Kaminfeuer zum Heizen.</p>
<p><span id="more-848"></span><br />
Am Samstag erst mal auf den Markt von Bagneres, rumschnueffeln, lecker Kaese und Honig kaufen, Annick schaut sich Kleider an, die Kinder haben ihren Spass. Das Fleisch, was wir dort erstanden haben, haben wir uns im Restaurant der Markthallen zubereiten lassen und dazu Wein und Pommes gekauft. Ein bisserl so wie ein bayrischerBiergarten und alles in entspannter Atmosphaere. Am Nachmittag haben wir dann einen Spaziergang durch das Tal gemacht, bunte Blaetter an den Baeumen, einige Esskanstanien (Maroni) gesammelt und eine kleine Hoehle erkundet. Francois hat in dieser Huette viele Ferien verbracht und kennt dort alle Ecken. Die Pferde sind natuerlich fuer die Maedels die grosse Attraktion und muessen gestreichelt werden, die Schafe daneben sind weniger interessant.<br />
Am Sonntag dann zum Col de Beyrede und von dort aus in einem 2 stuendigen Aufstieg zum 1921m hohen Signal de Bassia. Die Maedels waren echt tapfer und sind alles klaglos gelaufen. Oben am Gipfel&#8230;.. der Wahnsinn, eine Fernsicht, unglaublich. Daheim haett ich gesagt, wir haben Foehn. Alle Berge klar und deutlich zu sehen, ab etwa 2500m leichter Schnee und auch auf der anderen Seite ins Flachland eine herrliche Sicht. Ich konnte mich nicht sattsehen und es war fast wie daheim in meinen geliebten bayrischen Bergen. Auf den Nordhaengen haben wir uns mit den Schneebatzen eine kleine Schneeballschlacht geliefert. Beim Abstieg konnten wir dann noch einigen Paraglidern zusehen. Und auf der Rueckfahrt nach Toulouse konnten wir noch die herrliche Bergsilhouette bewundern.<br />
Heute melden die Nachrichten aus der gleichen Gegend bereits „Ski und Rodel gut“ und seit Montagnachmittag ist es hier unten saukalt.</p>
<p>A propos Winter, fuer mich ist es unmoeglich die kalte Jahreszeit in Frankreich zu verbringen. Ich hab durch einige Silvesteraufenthalte in Frankreich schon Erfahrung. Frankreich betrachtet sich als Land des Suedens, und das obwohl Paris noerdlicher als Muenchen liegt! Und da es im Sueden ja nie kalt wird, sind auch die Massnahmen gegen die Kaelte meiner Meinung nach vollkommen unzureichend. Zu allem Unglueck kommt noch hinzu, dass ich seinerzeit Energietechnik studiert habe.<br />
Beispiel 1, das Buero von MHH France. Dieses Buerozweckgebaeude hat rundum eine grosse Fensterfront (Einscheibenverglasung) und eine einfache Ziegelwand ohne grosse Isolationsschicht. Als Heizung dient die Klimaanlage (Atomstrom sei Dank), die natuerlich am anderen Ende des Zimmers haengt. Sowas ist mir auch mal in einem Restaurant passiert, wir sassen im „Wintergarten“, der bei franzoesischen Restaurants obligatorisch ist. Rechts hatte ich die Fensterscheibe und ich fror wie ein Schneider, links brannte mir die Klimaanlage die Kleider vom Leib.<br />
Beispiel 2, Die Buchhandlung: Die Schwingtuer schliesst nur unzureichen, zwischen den Tuerfluegeln kann ich ohne weiteres einen Finger durchstecken. In der Buchhandlung brummt die Elektroheizung auf vollen Touren.<br />
Andere Laender, andere Sitten.<br />
So, liebe Leserin, lieber Leser, das war mein letzter Eintrag fuer MHH France aus Toulouse. Am Freitag gibts noch ein Festessen mit den Kollegen in einem guten Restaurant und Samstag Mittag gehts mit dem Zug ueber Paris zurueck in die kalte, aber gut beheizbare Heimat.<br />
Merci et a bientot.</p>
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		<title>Alltag in Frankreich</title>
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		<pubDate>Thu, 16 Oct 2008 20:14:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>musti</dc:creator>
				<category><![CDATA[Musti in Frankreich 2008]]></category>

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		<description><![CDATA[Heute mal ein kleine Bericht, was denn so aktuell in Frankreich diskutiert wird und mir erwaehnenswert erscheint. Auch hier wird natuerlich die crise banquaire (Bankenkrise) gross und breit durch die Medien gejagt. Der franzoesische Steuerzahler darf ebenfalls tief in die Tasche greifen, um einige Privatfirmen und deren raffgierige Manager zu retten. Diese bekommen dann auch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Heute mal ein kleine Bericht, was denn so aktuell in Frankreich diskutiert wird und mir erwaehnenswert erscheint.</p>
<p><span id="more-827"></span></p>
<p>Auch hier wird natuerlich die crise banquaire (Bankenkrise) gross und breit durch die Medien gejagt. Der franzoesische Steuerzahler darf ebenfalls tief in die Tasche greifen, um einige Privatfirmen und deren raffgierige Manager zu retten. Diese bekommen dann auch noch einen parachute d’oree, einen goldenen Fallschirm, der ihnen eine sanfte Landung mit fetter Abfindung genehmigt.<br />
Am Montag Nachmittag ist dann Frankreichweit fuer etwa 20 Minuten das Internet ausgefallen. Am naechsten Morgen meinte Eric, da sich die Boersen kurzzeitig erholt hatten, haben viele Leute uebers Internet wieder Aktien gekauft und damit das Netz der France Telecom ueberlastet. Merci !</p>
<p>Eine andere lustige Geschichte spinnt sich um die Justizministerin, Madame Rachida Dati. Die ist schwanger und hat bisher noch nicht den Namen des Kindsvaters preisgegeben. Was ja jeder Frau selbst ueberlassen ist. Nun aber hab ich auf Radio Toulouse gehoert, auf youtube gaebe es nun viele kleine Videos von Franzosen mit der Botschaft: “Ich bin nicht der Vater von Rachida Datis Kind“ Letzthin sagte auch der Sportminister nach einer Pressekundgebung diesen Spruch auf. Courage, courage !</p>
<p>Seit Dienstagabend gibt es ein neues, die Nation arg bewegendes Thema. Denn an diesem Abend gab es in Paris ein Fussballfreundschaftsspiel (!) zwischen Frankreich und Tunesien. Dabei gab es waehrend der Marseillaises (=franzoesische Nationalhymne) ein gellendes Pfeiffkonzert von den zahlreich anwesenden Tunesiern. Auch waehrend des Spiels ebbte es nicht ab. Nun geht die Debatte dahin, dass es eine Schande und nicht hinnehmbar sei, die Nationalhymne auszupfeifen. Es wird diskutiert, das Spiel in so einen Falle in Zukunft sofort abzubrechen und die Leute nach Hause zu senden. Ich moechte gerne sehen, wie es die Ordnungskraefte schaffen wollen, 80.000 zahlende Zuschauer aus dem Stadion zu bitten. Das gaebe Krieg. Dieser Vorfall war am Tag nach dem Spiel das Topthema in allen Hauptnachrichten im TV, wurde ueber 10 Minuten von allen Seiten beleuchtet und ziert die Titelseiten der Zeitungen.<br />
Zum besseren Verstaendnis des Geschehens muss ich folgendes anfuegen: Das Auspfeifen der Hymne ist schon vor Jahren bei Fussballfreundschaftsspielen gegen Marokko und Algerien passiert. Diese 3 nordafrikanischen Laender sind zum einen ehemalige franzoesische Kolonien, zum anderen leben sehr viele Leute und deren Kinder und Enkel seit Jahrzehnten in Frankreich. Das, was wir in Deutschland mit/ueber/von den Tuerken bei uns diskutieren, das sind hier die Nordafrikaner. Die sind vielmals genauso benachteiligt, wie bei uns die Tuerken der 2. und 3. Generation. Man sollte sich also hier die Frage stellen:“Warum pfeifen eben diese Leute unsere und oft auch ihre eigene Nationalhymne aus?“ Aber Politiker denken da wohl anders als normale Menschen.</p>
<p>Aber wieder zu den angenehmen Seiten des Lebens. Heute war ich mit meinem neuen Kollegen Laurent auf einer grossen Messe in Montpellier. Hier stellten auch einige Installateure und Firmen aus unserem Bereich aus. Das Wetter war mit 23 Grad angenehm warm, eine leichte Brise. Wir beide haben auf der Messe viel gelernt. Was mich aber arg beeindruckt hat, war das Mittagessen. Ich war ja schon auf einige Messen, in Deutschland und im Ausland. Meist gibt es irgendeine fettige Bratwurst in einer alten, steinharten Semmel oder stundenlang weichgekochtes Gemuese mit Nudelpampe zu ueberteuerten Preisen. Auf dieser Messe jedoch gab es eine Restaurantstrasse mit 8 oder 10 Restaurationsbetrieben der verschiedensten Geschmacksrichtungen: Spezialitaeten aus dem Aveyron, aus Quercy und Lyon, den Antillen&#8230; Laurent und ich haben in einem syrischen Restaurent lecker gespeist. Und hinterher einen guten Minztee getrunken. Ja, so macht arbeiten Spass, da kann sich die Messe Muenchen eine grosse Ecke abschneiden. Vive la France!</p>
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		<title>Starke Maenner und hohe Berge</title>
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		<pubDate>Mon, 06 Oct 2008 20:17:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>musti</dc:creator>
				<category><![CDATA[Musti in Frankreich 2008]]></category>

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		<description><![CDATA[Nun ist also die zweite Halbzeit meines Aufenthalts angebrochen. Ich kenn mich in Toulouse und Umgebung einigermassen aus, es gibt jetzt viele Veranstaltungen und wir haben im Buero zwei Verkaeufer. Alles in Frankreich, egal ob Haeuser, Futtermittel in der Landwirtschaft oder Waschmaschinen werden ueber Verkaeufer an den Kunden gebracht. Also muss wohl auch die Solarbranche [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nun ist also die zweite Halbzeit meines Aufenthalts angebrochen. Ich kenn mich in Toulouse und Umgebung einigermassen aus, es gibt jetzt viele Veranstaltungen und wir haben im Buero zwei Verkaeufer. Alles in Frankreich, egal ob Haeuser, Futtermittel in der Landwirtschaft oder Waschmaschinen werden ueber Verkaeufer an den Kunden gebracht. Also muss wohl auch die Solarbranche so laufen. In Deutschland findet man hier haeufig den Vertriebsingenieur, also jemanden mit technischem Hintergrund, der auch verkauft. Hier in Franlreich wuerde sich anscheindend niemals ein Ingenieur fuer die niedere Taetigkeit des Verkaufens hergeben. Der sitzt lieber im Buero und tueftelt ueber seinem Computer und den Berechnungen. Der Verkaeufer treibt sich auf der Strasse und beim Kundn rum. Meine Aufgabe ist es nun, Laurent und Jordan, den Neuen, den Unterschied zwischen Solarmodul und Wechselrichter beizubringen, sie mit dem Warenwirtschaftssystem vertraut zu machen und ihnen die Kunden anzuvertrauen. Da die beiden aber schon langjaehrige Verkaufserfahrung im Allgemeinen haben, kann ich sicher auch noch einiges von Ihnen lernen.</p>
<p><span id="more-820"></span>Am Samstag vor einer Woche war ich mit meinen franzoesischen Chef Eric und seinem Sohn Nicolas im Rugbystadium, wo Toulouse gegen Perpignan gespielt hat, der 2. gegen den 3. der Ersten Liga („Top 14“ genannt). Es war sonniges Wetter, die Fans, jung und alt, standen friedlich rum, tranken mit den Perpignangern ein Bier und warteten auf den Anpfiff. Wir hatten Plaetze in der ersten Reihe, 20m weg von der Seitenlinie (ohne Schutzgitter!), mittendrin statt nur dabei. Ich bin ja durch American Football einiges gewohnt, aber die Rugbyspieler haben echt einen an der Waffel. Als Football-Trainer sag ich meinen Jungs immer „Es kann Dir nichts passieren, wenn Du in Deinen Gegner hineinrennst, denn Du hast ja Helm und Schulterpolster an.“. Aber was erzaehlt der Rugbytrainer seinen Jungs? Denn die haben ja nur ganz normale Sportkleidung an und tackeln sich genauso, wie wir American Footballer. Es war ein spannendes Spiel (30-20 fuer Toulouse!!) und der Herr neben mir hat mir zum Glueck einige Regeln erklaert. Beim Rugby gibt es schwere Jungs, die fuers Rumschieben zustaendig sind und schnelle, wendige, die meist den Ball tragen. Wenn aber, wie bei Perpignan, ein Kerl so breit und hoch wie ein Kleiderschrank sich mit den Ball durch die Reihen tankt&#8230;wow&#8230; dann gibts einen guten Tackle, jeder steht auf und spielt weiter. Ein verweichlichter Fussballer wuerd 3 Monate nicht mehr die Augen aufmachen. Ich fands toll und werd, wenn moeglich, noch ein weiteres Spiel ansehen: toulousain, toulousain!!</p>
<p>Am Tag danach bin ich mit dem Zug nach Pibrac, etwa 30 km westlich von Toulouse, auf eine kleine Wanderung. Der Ort Pibrac liegt, wie so viele Orte hier, auf einem Huegel. Da das Schloesschen und seinen Nebengebaeude bewohnt sind, kann man „nur“ im Park spazierengehen. Danach rauf auf den Huegel zur Kirche der Sainte Germaine. Ich war sehr erstaunt zu sehen, dass dieser Schutzheiligen nicht nur eine grosse Kirche, eher eine befestigte Schutzkirche im Backsteinbaustil, sondern auch eine riesige, helle Basilika mit schoen gestalteter Fassade gewidmet ist. Beide Gebaeude stehen etwa 1000m ausseinander und sind durch eine, mit Pinien gesaeumte Allee verbunden, die eine reine Fussgaengerzone ist. Dazwischen das in allen franzoesischen Doerfern obligatorische Mahnmal fuer die Gefallenen des 1. Weltkrieges, der hier in Frankreich noch oft „la grande guerre“ (der grosse Krieg) heisst. In der Kirche waren alte Fotos von Wallfahrten Anfang des 20. Jhd. Menschenmassen auf der Allee, unglaublich bei der Leere am Sonntagmorgen. Bin dann auf der anderen Seite den Huegel runter in ein kleines Flusstal und im Schatten dem Fluss gefolgt. Dies war der schoene Teil der Wanderung. Spaeter bin ich ueber die platte Ebene gewandert, rechts und links abgeerntete Sonnenblumen- und Maisfelder. Und da es seit Wochen nicht mehr gscheid geregnet hat, war die Erde aufgerissen und knochentrocken. Dieser Teil war eher langweilig.<br />
Ach ja, in und um Toulouse hoert man oft Deutsch. Auf meiner Wanderung kamen 2 Mountainbiker daher, mal ein Paar in einer Kneipe am Nebentisch. Airbus und seine Zulieferer haben in Toulouse einen grossen Standort mit vielen deutschen Ingenieuren. Es ist schon lustig, in der Keipe zu sitzen, die Leute nebenan genau zu verstehen und diese sich in Sicherheit wiegen lassen, sie koennten sagen, was sie wollen. Aufgepasst!</p>
<p>Letztes Wochenende war ich wieder mal in den Bergen, bei meinen Freunden Alexander und Ulrike in Foix. Am Samtagnachmittag sind wir mit den beiden Jungs Florian (6) und Simon (3) zum Chateau de Roquefixade, eine halbe Autostunde oestlich von Foix. Ueber dem gleichnamigen Dorf steht die Burgruine auf einem Felsvorsprung. Und die Fahne von Occitania war gehisst. In alten Zeiten hiess die Gegend von Bordeaux ueber Montpellier bis nach Nizza und ins angrenzende Italien „Okzitanien“ mit einer eigenen Kultur und Sprache, die heute wieder auflebt. Am Anfang unserer Wanderung blieben wir erst mal in den Brombeeren haengen. So gross, so saftig, so suess hab ich sie lang schon nicht mehr gegessen und in dieser Masse lang nicht gesehen. Finger und Mund blau, weiter rauf auf den Spitz und zur Ruine. Dort oben angekommen hatten wir einen schoenen Blick auf das vor uns liegende Tal und die Berge. Den beeindruckensten Blick hatten wir jedoch auf dem Rueckweg, als vor uns die Ruine lag, die rote Occitaniafahne im Wind flatterte und im Hintegrund die sonnenbeschienenen Berge, auf den Spitzen ganz leicht der erste Schnee zu sehen. Ich bin und bleib ein Bergfex!</p>
<p>Am Sonntag sind wir nach Andorra, das kleine Principat zwischen Frankreich und Spanien in den Pyrenaeen, was eigentlich nur eine Hochebene (zwischen 1000m und 2000m) ist, mit ein paar kleinen Doerfern. Aber Kommerz und Tourismus machens moeglich. Da ja Andorra ausser Bergen und Kuehen nix zu bieten hat, ist das halbe Land mit Skipisten und Skiliften zugebuegelt, die bis auf 2500m hochgehen. Und gleich hinter der Minigrenze, im Ort Pas de la Casa, befindet sich ein „Freiluftsupermarkt“ (so nenne ich das): Alle Haeuser (im ganzen wohl 50 an der Zahl) nur Supermaerkte, wo es billig Tabak, Alkohol, Parfum, Elektrogeraete, Skisachen,&#8230; gibt. Der Durchschnittsfranzose faehrt dann noch 300m weiter zur ersten Tankstelle (maechtiger Stau) und das wars. Und traegt Alk und tabak, so viel er tragen kann zurueck ins Auto. Wir sind weiter ueber den Pass und ins Nebental. Dort haben wir eine kleine Wanderung gemacht, am Fluss entlang, sind auf Felsbloecken rumgekraxelt (andere nennen das „bouldern“). In der Sonne war es angenehm warm, aber der Wind war schon arg frisch, hier auf 2000m. Die von hier aus zu sehende Suedseite der Berge sind runde Grasbuckel, die Nordseite aber Felszacken, in denen es auch Klettersteige gibt. Da muss ich nochmal hin. Am Parkplatz warteten dann unangenehme Gaeste auf uns: Pferde. Durch andere Wanderer verwoehnt dachten sie, auch bei uns ein paar Leckerlis abzubekommen. Wir wollten aber nicht. Die Pferde draengelten sich naeher ans Auto, den Kindern war schon nicht mehr wohl zumute. Ich sass auf dem Beifahrersitz und wechselte von den Bergschuhen in die normalen, und dieses Riesenross zwaengte seinen Kopf ins Auto und schnueffelte an mir rum mit seiner Triefnase. Auch der Versuch von Alex, die Tiere wegzuschieben war kein dauerhafter Erfolg. Also rein ins Auto und langsam davonfahren.</p>
<p>Wie ihr seht, wieder mal ein gelungenes Wochenende. Da kann man entspannt in die Arbeit gehen.</p>
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		<title>Wärme und Kälte</title>
		<link>http://superberti.de/archives/warme-und-kalte</link>
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		<pubDate>Sun, 21 Sep 2008 14:44:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>musti</dc:creator>
				<category><![CDATA[Musti in Frankreich 2008]]></category>

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		<description><![CDATA[Während ich euch diese Zeilen schreibe sitze ich im saukalten München bei 15°C und frier mir einen ab. Am vorigen Donnerstag noch saß ich bei angenehmen 25°C beim Eric auf der Terrasse zum Mittagessen. Einige werden jetzt denken, dass ich extra wegen dem Wiesnanfang (=Oktoberfest=Bierfest) zurückgekommen bin. Nein, falsch gedacht! Dieses Massenbesäufnis für Preißn und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Während ich euch diese Zeilen schreibe sitze ich im saukalten München bei 15°C und frier mir einen ab. Am vorigen Donnerstag noch saß ich bei angenehmen 25°C beim Eric auf der Terrasse zum Mittagessen.</p>
<p><span id="more-803"></span></p>
<p>Einige werden jetzt denken, dass ich extra wegen dem Wiesnanfang (=Oktoberfest=Bierfest) zurückgekommen bin. Nein, falsch gedacht! Dieses Massenbesäufnis für Preißn und Touristen hat nichts mehr mit dem Fest zu tun, wie ich es von früher her kenne und lasst mich mittlerweile ziemlich kalt. Seit etwa 5 Jahren ist die Wiesn das reinste Tollhaus. Konnte man z.B. 1999 noch ohne weiteres mit vier oder fünf Leuten auf die Wiesn gehen und ohne Probleme einen Platz im Bierzelt oder im angeschlossenen Biergarten finden, so schreiben nun die München Tageszeitungen im Juni 2008 (die Wiesn beginnt etwa 3 ½ Monate später), dass alle Sitzplätze in den Bierzelten schon reserviert seien. Ich muß dann nicht mit Tausenden anderen Wahnsinnigen 2 Stunden vor dem überfüllten Bierzelt stehen, um dann irgendwann doch noch reinzukommen. Es gibt andere Gelegenheiten, wo es schöner und gemütlicher ist.</p>
<p>Aber nun genug gemosert. Der Grund meines Kurzaufenthalts ist der 70. Geburtstag meines Vaters, den wir am Samstag in allen Ehren und mit einigem Trara gefeiert haben. Und was gibt es Neues aus Toulouse?<br />
Auch dort hat der Herbst vor etwa 10 Tagen Einzug gehalten. Das vorige Wochenende war grau, windigkalt und mit leichten Regenschauern versehen. Morgens ist es mit 15°C doch recht frisch, mit Sandalen in die Arbeit radeln ist nicht mehr drin. Und auf den Feldern liegen die Morgennebel wie eine Bettdecke. Aber Mittags merkt man halt doch, dass man im Süden ist, die Sonne brutzelt dann noch angenehm warm.<br />
Dieses Herbstwetter war gerade recht, um mal über die verschiedenen Märkte in Toulouse zu stolpern. Es gibt Obst- und Gemüsemärkte, auf denen die Bauern aus der Region anbieten und Markthallen, in denen hochwertige Lebensmittel angeboten werden. Am schönsten fand ich den Sonntagsmarkt an der Kirche St. Aubin. Um die Kirche herum findet dieser Markt statt, gesäumt von Ahorn und Pappeln und Häusern mit schmiedeeisernen Balkonen. Auf diesem Markt kann man z.B. ein Huhn in all seinen Daseinsformen kaufen. Vom Ei, über das noch lebende Huhn bis zum verarbeiteten Huhn in allen (un)möglichen Formen: als Grillhendl, als Pastete, roh und gerupft usw. In den Obststeigen liegen Unmengen von Pfirsichen und Nektarinen aus der Umgegend, dunkelblaue Feigen und die verschiedensten Melonen sind gerade abgeerntet. Und Schwammerl sind auch zu kaufen, vor allem Steinpilze und Reherl. An einem Standl gab es leckere Makronen in 10 verschiedenen Geschmacksrichtungen zu kaufen. Da konnt ich nicht nein sagen.<br />
Anschließen bin ich zur Kirche St. Sernin, um im naheliegenden Museum die römische Frühgeschichte von Toulouse (=römisch Tolosa) zu studieren. Um St. Sernin herum stieß ich unvermittelt auf den Kleidermarkt, der von Nordafrikanern beherrscht wurde. Turnschuhe und Jacken, glitzernde Kaftans und Kopftücher für die Damen, Koranrezitationen und Teppiche. Umgangssprache beim Handeln waren irgendwelche arabischen Dialekte und ich fühlte mich ein wenig wir auf einem Souk (=Markt) in Marokko. Das Museum und die römischen Funde waren aber dennoch interessanter.</p>
<p>Ach ja, zum Thema Maghreb hab ich noch eine nette Anekdote. Mit meinem Elsässer Spezl Guillaume war ich an seinem letzten Abend noch im marokkanischen Restaurant „El Riad“. Da an diesem Abend das Wetter schon kühl und regnerisch war, saßen wir wie alle anderem im Restaurant. Die Decke und die Wände mit schönen Mosaiken und Kacheln verziert, ein kleiner Springbrunnen im Eingangsbereich und ein wahnsinnig leckeres Couscous. Als wir dann grad so schön beim Essen waren, uns war gerade gemütlich warm, wurde die Musik auf einmal lauter. Alle schauten wir erstaunt und dann kam aus einer Ecke des Restaurants eine Bauchtänzerin her. Meine Herren, es war eh schon so warm in der Bude, aber die Dame heizte noch mal ordentlich ein. Wie einen Schlange konnte sie jeden einzelnen Wirbel bewegen, locker mit der Hüfte zum Rhythmus schwingen und ihre Figur&#8230; ned schlecht. Komischerweise erzeugen solche Darbietungen immer einen leicht debil-grinsenden Gesichtsausdruck bei Männern!</p>
<p>Aber nun zum Ernst des Lebens, der „Picknick-Steuer“, die einige Tage lang in der französischen Presse diskutiert wurde. Das Thema Recycling und Umweltschutz steckt in Frankreich noch in den Kinderschuhen. Zwar gibt es auch in Toulouse überall Plastikflaschen für Wasser und Limo zu kaufen, ein Flaschenpfand wie bei uns ist aber gänzlich unbekannt. Und zum allseits beliebten Sonntagspicknick nimmt der Durchschnittsfranzose nun mal Plastikbecher, Plastikteller und Plastikbesteck mit. Und gerade auf diese Plastikartikel soll eine Steuer erhoben werden. Die Presse macht dann daraus einen Niedergang der Picknickkultur im allgemeinen und der französischen Kultur im Besonderen.</p>
<p>Unser Büro ist in einem typischen französischen Büroviertel, mit langweiligen 08/15-Bürobaracken. Aber jeden Mittwoch gibt einen besonderen Service, das Bügelauto. Das ist ein Art Laster, der bei uns z.B. auf dem Märkten steht und Käse oder Wurst verkauft, und da kann man seine Hemden hinbringen und sie später wieder gebügelt abholen. Ich hab den Service zwar noch nicht in Anspruch genommen, aber ich find’s Klasse.</p>
<p>Was unser Büro angeht, so geht es weiter voran. Der französische Markt funktioniert aber anders als der deutsche, eh klar. Haben wir in Deutschland auf dem PV-Markt hauptsächlich Vertriebsingenieure, als Ingenieure, die gleichzeitig auch verkaufen, so werden alle Sachen in Frankreich, egal ob Auto, Waschmaschine oder eben PV-Anlage von reinen Verkäufern an den Kunden gebracht und bei technischen Problemen hilft der Ingenieur aus dem hauseigenen bureau d’étude (=Technikerbüro)aus. Also ganz scharf nach Innen- und Außendienst getrennt. Ich hab mal gehört, dass sich ein französischer Ingenieur nie zu so etwas Niederem wie dem reinen Verkauf herablassen würde. Tja, andere Länder, andere Sitten.</p>
<p>So, dass war’s dann mit einem Zwischenbericht aus München. Am Montag geht’s Spätnachmittags zur „zweiten Halbzeit“ zurück nach Toulouse.</p>
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		<title>Weisser Strand und schwarze Berge</title>
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		<pubDate>Wed, 10 Sep 2008 21:05:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>musti</dc:creator>
				<category><![CDATA[Musti in Frankreich 2008]]></category>

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		<description><![CDATA[Oder: Schiessereien im Grenzgebiet von Haut-Garonne und Aude! 3 Tote (Wildschweine)! Im Buero geht es voran, wir telefonieren mit potentiellen Kunden, schreiben taeglich viele Angebote, es kommen Bestellungen rein und unsere Kollegen in Tuebingen liefern aus. Denn noch haben wir kein eigenes Lager in Toulouse. Was uns jedoch Sorgen bereitet, ist die „informatique“, der ganze [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Oder: Schiessereien im Grenzgebiet von Haut-Garonne und Aude! 3 Tote (Wildschweine)!</p>
<p><span id="more-786"></span></p>
<p>Im Buero geht es voran, wir telefonieren mit potentiellen Kunden, schreiben taeglich viele Angebote, es kommen Bestellungen rein und unsere Kollegen in Tuebingen liefern aus. Denn noch haben wir kein eigenes Lager in Toulouse.<br />
Was uns jedoch Sorgen bereitet, ist die „informatique“, der ganze Computerkram. Seit gut 4 Wochen macht eine hiesige Firma daran rum, die Verbindung mit dem Server in Tuebingen herzustellen. Unsere IT-Kollegen in Tuebingen verzweifeln an dem Halbwissen der Firma, und mein Kollege Eric ist auch dem Wahnsinn nahe. Heut ging dann mal zur Abwechslung mal wieder das Emailen nicht. In der heutigen Zeit der glatte Wahnsinn.</p>
<p>Letzte Woche haben Eric und ich eine Dienstreise an die Cote d’Azur gemacht. Jaja, ich hoer schon euren Neid! Zuerst haben wir in Aix-en-Provence, eine nette Altstadt, zum Mittagessen mit einem moeglichen neuen Mitarbeiter getroffen. Ich kenne den schon als Kunden und er moechte sich neu orientieren. Das waere ein Gluecksfall, denn er kennt den Markt und die Technik schon und braucht nicht mehr allzuviel Schulung. Das Restaurant war gut und teuer und waehrend Eric sich mit dem Herrn unterhielt, hab ich mich geistig ausgeklingt, mein Gehirn entspannt und den huebschen Frauen hinterhergeschaut. .<br />
Danach sind wir weiter in die Naehe von Cannes, den naechsten Kunden treffen. Gespraeche ueber Markt und Technik, Fachgespraeche mit dem Techniker ueber die Vorteile der Fronius-Wechselrichter. Das alles noch um 19 Uhr, nach mehr als 5 Stunden Fahrt und auf Franzoesisch, ich war sichtlich fertig. Danach gings noch mit dem Kunden in die Stadt Antibes an die Kueste, wo wir in einem netten Lokal recht lecker gegessen haben. Nachts um 23.30 Uhr wars im T-Shirt noch zu warm. Die Gegend zwischen Cannes und Nizza ist bekannt dafuer, dass dort nur die Reichen leben. Protzige Villen, dicke Autos und Yachten, so gross wie Schlachtschiffe sind ein Zeichen. Am meisten haben wir jedoch gelacht, als wir in Antibes eine Tankstelle sahen, an der das Benzin mehr kostet als wie auf der Autobahn! Vor kurzem hab ich im Fernsehen einen Bericht ueber Nizza gesehen und ueber den alltaeglichen Stau auf der Kuestenstrasse (1 Std. fuer 7 km). Die Reichen umgehen das mit Helikoptertaxis zwischen Nizza und Cannes fuer nur 800 Euro bei 20 Minuten Flugdauer.</p>
<p>Diese Tage habe ich Besuch von Guillaume, einem Spezl aus dem Elsass. Einen Tag waren wir in der Naehe von Castres, in den schwarzen Bergen auf einer netten Wanderung. Eine nette Wanderung am See von St. Feereol entlang, der den Canal du Midi speist, durch Waelder und ueber Felder. Beim Mittagspicknick passierten uns dann 10-12 Autos, nur mit aelteren Maennern besetzt und Hunde auf dem Ruecksitz: Ja, die Jagdsaison hat hier angefangen. Der Wanderer kann sich seines Lebens nicht mehr sicher sein, denn es wird auf alles geschossen, was sich bewegt. Und damit sich die Jaeger nicht gegenseitig ueber den Haufen schiessen, tragen sie alle orangene Warnwesten. Wir konnten uns dann im Gespraech mit einigen Jaegern davon ueberzeugen, dass die Jagd recht gemuetlich verlaeuft. Waehrend die Hunde durch den Wald jagen und die Wildschweine aufstoebern, sitzen die Herren Jaeger gemuetlich am Waldrand in der Sonne, rauchen, trinken und ruhen sich aus. Und warten, bis ihnen was vor die Flinte laeuft. Genauso aufregend wie Angeln auf dem Trockenen, finde ich. Am Wochenende haben Jaeger in den Pyrenaeen einen Baeren mit Namen Balu angeschossen. Haben wohl ein Wildschwein in ihm gesehen. Der Baer ist anscheinend wohlauf, aber ziemlich verstoert.<br />
Die Farben werden herbstlicher, die Felder von Mais, Sorghum und den Sonnenblumen abgeerntet und umgepfluegt, die Farbe braun mit seinen Schattierunen wird dominierenden. Und de Weinlese beginnt.<br />
Am Tag nach der Wanderung haben wir uns am Starnd von Sainte Maire (bei Perpignan) erholt. Waehrend der Hauptsaison kann man da nicht hin, da ist der Strand so voll wie die Arroganz-Arena in Muenchen. Aber jetzt nur Rentner und ein paar Deutsche, die die angenehmen Temperaturen der Nachsaison, das noch warme Meer und den angenehm leeren Strand geniessen. Ach, war das schoen im Meer zu planschen! Der Ort an sich ist rein touristisch ausgerichtet und einige Geschaefte sind schon geschlossen.</p>
<p>Heute Abend war ich mit Guillaume noch in der Stadt beim Essen und einen Pastis trinken. Und es ist immer noch so warm, dass man Abends in Sandalen spazieren gehen kann, fein.</p>
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		<title>Steinzeithoehlen und Kanufahren</title>
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		<pubDate>Wed, 27 Aug 2008 20:19:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>musti</dc:creator>
				<category><![CDATA[Musti in Frankreich 2008]]></category>

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		<description><![CDATA[Wenn ihr so meine Eintraege lest, dann denkt ihr euch sicherlich, der macht ja eh bloss Urlaub da drunten. Naja, an den Wochenenden will ich natuerlich schon was von der Gegend sehen. Dafuer arbeite ich auch unter der Woche recht hart. Jaja, das stimmt. Es ist sehr interessant, einer neuen Firma / einem neuen Buero [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://superberti.de/wp-content/uploads/2008/08/frankreich2.jpg" alt="frankreich"  class="alignnone size-full wp-image-756" /></p>
<p>Wenn ihr so meine Eintraege lest, dann denkt ihr euch sicherlich, der macht ja eh bloss Urlaub da drunten. Naja, an den Wochenenden will ich natuerlich schon was von der Gegend sehen. Dafuer arbeite ich auch unter der Woche recht hart. Jaja, das stimmt.</p>
<p><span id="more-749"></span>Es ist sehr interessant, einer neuen Firma / einem neuen Buero beim Wachsen zuzusehen. Was fuer uns z.B. sehr wichtig ist, ist unser Warenwirtschaftssytsem, welches ich gerne mit einem Bus vergleiche. In Muenchen haben wir einen Super-Duper-Luxus-Bus stehen, der fuer Fahrer (=MHH-Team) und fuer unsere Kunden allen nur erdenklichen Luxus bietet. Hin und wieder mal wird ein Ersatzteil beschafft, die Klimaanlage erneuert oder bequemere Sitze eingebaut. Aber der Bus rollt!<br />
Hier in Toulouse hatten wir zu Anfang die Einzelteile und die Bauplaene rumliegen und los ging es. Mittlerweile wuerd ich sagen steht das Busskelett, der Fahrersitz ist da, der Motor auch, aber weder Tueren noch Fenster. Und die Kunden wollen schon mitfahren, denn die ersten 3 (!) Bestellungen haben wir schon. Dabei fallen immer wieder die Schrauben raus, der Motor stockt und was weiss ich nicht alles. In dem Chaos heisst es dann Ueberblick bewahren mit meinem Kollenen Eric und unserer Sektretaerin Laurence.<br />
Zu allem Uebel bricht dann immer wieder mal die Internetverbindung nach Tuebingen zusammen und Eric hat Probleme mit den Versicherungen, die alles daran tun, bloss kein Risiko einzugehen. Eric nennt das „gestion des monopols“, d.h. in Frankreich wird alles dafuer getan, ja keine Konkurrenz zu den staatlichen Unternehmen aufkommen zu lassen. In Deutschland kann man ja ohne weiteres seinen Stromversorger wechseln, weil die Eu das so will. In Frankreich kommt man an der EDF (=staatlicher Strommonopolist) nicht vorbei und der franzoesische Staat zahlt lieber eine saftige Strafe, als das Monopol zu zerbrechen. Vive la grande nation!<br />
Die Firma, die sich um die Einrichtung des Servers kuemmern soll, kommt auch nur sporadisch, von der France Telekom, die einiges an der Telefonanlage verbessern sollen hat sich auch noch keiner blicken lassen und wir arbeiten noch auf provisorischen Schreibtischen. Was hab ich da heute gelacht, wie ich auf sueddeutsche.de ueber das Chaos bei den neuen Steuer-Ids gelesen habe. Wir sind also auch nicht so viel besser.</p>
<p>Aber genug gejammert und ueber die Arbeit erzaehlt, ihr wollt ja wissen, was ich im „Urlaub“ mache. Die letzten Tage hat mich Kerstin, eine langjaehrige Freundin aus Green City Tagen besucht. Und letzten Samstag sind wir wieder zu meinen Freundennach Foix, um dann die Hoehle von Bedeilhac zu besichtigen Dort gibt es neben den ueblichen, ueberaus interessanten Tropfsteinen auch noch einige Hoehlenmalereien. Das hab ich zum ersten Mal gesehen. Bisons und Rehe (gemalt und geritzt), Handabdruecke an der Wand und sogar kleine Modellierungen. Warum nur haben unsere nomadischen Vorfahren das vor 15.000 Jahren gemacht? Denn gelebt haben sie im Eingangsbereich, wo es hell und warm war. Aber die Kunstwerke sind 1km im Hoehleninneren, dort ist es kalt, man braucht eine Fackel und der Weg ist nicht gerade ungefaehrlich. Die Vermutung liegt Nahe, dass es sich hier um kultische Zeichnungen handelt, evtl. Anbetung von Jagd- und Fruchtbarkeitsgoettern, denn auch „Steinzeitporno“ war zu sehen (eine Vagina und ein Phallus). Die Fuehrung war auf jeden Fall hoechst interessant.<br />
Am lustigsten war der Ballon (aus einem besonderen Plasitk), den das Luft- und Raumfahrtinstitut der Uni Toulouse in einem Seitenbereich zu Forschungszwecken aufgestellt hat. Es heisst, der Ballon wuerde bald abgeholt werden – seit 6 Jahren!</p>
<p><img src="http://superberti.de/wp-content/uploads/2008/08/frankreich1.jpg" alt="frankreich"  class="alignnone size-full wp-image-756" /></p>
<p>Am Sonntag sind wir dann, bei herrlichstem Sonnenschein, in der Naehe von L’Isle-en-Dodon auf dem Flueschen Gesse Kanu gefahren. Die Idee stammte von Kerstin, die das schon des oefteren gemacht hatte. Zum Glueck hatte jeder ein eigenes Kanu, denn ich hatte genug zu tun, um auf dem doch recht traegen Fluesschen nicht an das Ufer zu fahren. Und ein Hoch auf das Hartplastik, denn so viel Wasser hatte die Gesse auch nicht und so sind wir hin und wieder mal ueber die Steine gekratzt. Auch dieser Fluss war schoen im Schatten und wir glitten in aller Ruhe dahin, neben uns Libellen in glitzerndem Blau, Vogelgezwitscher und das Plaetschern des Flusses. Und eine enorm grosse Bisamratte haben wir aufgescheucht (Foto siehe auf <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bisamratte">wikipedia</a>). Nach 12,5km waren wir am Ende der Tour, ich war geschafft, leichte Schmerzen in den Oberarmen und im Schulterbereich, ist ja eh klar.<br />
An der Endstation ergab sich dann noch ein fantastisches Farbenspiel: Ich sah gegen einen Anhoehe auf ein Sonnenblumenfeld. Da nun bald Erntezeit ist, lassen die Sonnenblumen die Koepfe haengen und ich sah den zitronengelben Ruecken der Blumenkoepfe. Dazwischen blitzte das saftige Gruen der Stengel durch. Ueber der Anhoehe standen bluetenweisse Wolken und darueber ein babyblauer Himmel. Das Feld war eingesaeumt von dunkelgruenen Baeumen und links hinten lugte ein roetliches Backsteinhaus hervor. Besser haette es auch VanGogh nicht zeichnen koennen.</p>
<p>So, nach getaner Arbeit bin ich heute noch bei lockeren 25 Grad durch die Stadt gebummelt, hab mir am Fluss Garonne den herrlichen Sonnenuntergang angesehen und hoere gerade den <a href="http://fm4.orf.at/static/stream/index.html">Live stream</a> von <a href="http://fm4.orf.at/">FM4-Radio</a>, meinem Lieblingssender von Daheim.</p>
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		<title>Die Franzosen und die Technik</title>
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		<pubDate>Sun, 17 Aug 2008 20:30:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>musti</dc:creator>
				<category><![CDATA[Musti in Frankreich 2008]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich will hier nicht behaupten, dass die Franzosen von Technik nichts verstehen. Im Gegenteil, sie lieben die Technik und wenden sie ohne Gnade und ueberall an. Hier im Hotel habe ich zum Beispiel wifi-Anschluss. Auf deutsch heisst das WLAN, also kabelloser Zugang zum Internet. Das ist ja nichts Neues. Aber in Paris gibt es ueberall [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich will hier nicht behaupten, dass die Franzosen von Technik nichts verstehen. Im Gegenteil, sie lieben die Technik und wenden sie ohne Gnade und ueberall an.</p>
<p><span id="more-745"></span></p>
<p>Hier im Hotel habe ich zum Beispiel wifi-Anschluss. Auf deutsch heisst das WLAN, also kabelloser Zugang zum Internet. Das ist ja nichts Neues. Aber in Paris gibt es ueberall wifi-spots. Sogar in groessern Parks kann man sich auf die Wiese setzen und im Internet rumspielen. In Toulouse ist mir jedoch noch kein wifi-spot aufgefallen.<br />
Und die Franzosen lieben ihre Kreditkarte (=carte bancaire). Ob beim Einkaufen im Supermarkt um die Ecke, fuer die Autobahnmaut, beim Radlausleihen oder die Rechnung im Restaurant. Im Kino gibt es 2 Kassen zum Barzahlen und 3 Automaten fuer Kreditkarten. Die Fahrscheinautomaten in Paris und Toulouse nehmen zwar die Kreditkarte und Muenzgeld, aber keine Scheine! Das ist dann bloed, wenn man eine Zehnerkarte fuer 11,70 Euro loesen will. Nun koenntet ihr ja sagen, dann nimm doch auch deine Kreditkarte her. Aber meine Postbankkarte hat nur maestro und das ist hier nur noch am Postbankautomaten nuetzlich. „Zu viel Betrugsversuche mit diesem System“ meinte mein franzoesischer Kollege Eric.<br />
Das Thema „Atomkraft“ ist hier besonders. Atomkraft ist toll, sagt der Staat, sagt der staatliche Berteiber EDF, sagen alle Parteien und Gewerkschaften. Ende Juli gab es mehrere Zwischenfaelle in hiesigen Atomkraftwerken. Was in Deutschland zu einem Skandal und zu riesigen Schlagzeilen in den Zeiungen gefuehrt haette, regt hier keinen Hund auf. Atomstrom kostet hier nur 11 Eurocent, ist daher billig und wird auch zu Heizzwecken eingesetzt. Aber nicht als Nachtspeicherofen wie bei uns, sondern als energiefressende Direktheizung. Mir wurde gesagt, ein Minister habe die Aussage getroffen, dass dieser Strompreis fuer sehr lange Zeit bestehen bleibt. Und das, obwohl der Strompreis anscheinend im letzten Jahr sauber gestiegen ist. Mit dem Thema „Atomausstieg“ steht man hier auf verlorenem Posten.<br />
Ein weiteres Beispiel fuer die Technikverliebtheit sind die allfaelligen Codenummern. Klar, wir kennen alle die PIN unserer Kreditkarte, aber mehr brauch ich fast nicht daheim. Hier gibts eine Nummer, wenn ich spaet abends ins Hotel will. An normalen Wohnhaeusern gibt es einen Zugangscode, natuerlich fuer mein Radlabo und auch im MHH-Buero. Das fuehrt dann zu lustigen Situationen. Anfangs hatten wir noch nicht ganz gecheckt, wann wir den Geheimcode zum Ein- und Ausschalten des Ueberwachungssystems einzugeben haetten. Daher meldete sich immer wieder mal die Ueberwachungszentrale mit „identifiez vous = identifizieren Sie sich“ und wir sagten artig eine weitere Geheimnummer auf. Letzte Woche war Guenter, der Geschaeftsfuehrer von MHH Deutschland in Toulouse. Wir arbeiteten noch beide spaet abends, Eric war daheim, weil seine Eltern zu Besuch waren. So gegen 22 Uhr rief Eric an und meinte, er stehe draussen, das Tor zum Parkplatz sei zu, das war ja noch nie da und er haette keinen Code dafuer. Dadurch, dass ich dann im Buerogebaeude rumgelaufen bin, habe ich wieder mal Alarm ausgeloest (siehe oben) und wir standen wie doof vor dem verschlossenen Gittertor. Aber wir sind ja sportlich, also Raeuberleiter und Guenter und ich sind ausgebrochen. Mittlerweile haben wir auch diesen Code. Hoffentlich verliere ich nicht meine Aufzeichnungen mit all den Codenummern. Ich werd ja auch nicht juenger und da laesst das Hirn schon mal nach.</p>
<p>Aber nun genug gemosert und die Unterschiede festgestellt. Ich schaue mich auch natuerlich in Toulouse und der Umgebung um. Heute hab ich mit dem Leihradl von velo-Toulouse (www.velo.toulouse.fr) eine Radtour entlang des Canal du Midi Richtung Ramonville gemacht. Dieser Kanal wurde im 17. Jhd mit dem Zweck gebaut, das Mittelmeer mit dem Atlantik zu verbinden und geht von Narbonne ueber Toulouse nach Bordeaux. Dabei hat er als hoechste Stelle einen Berg von 194m zu ueberwinden. Am Rand gibt es schoene Wege, die im Schatten von Platanen liegen. Auf dem Canal stehen einige Hausboote, auf denen zu Mittag gegessen wurde und es kam ein Ausflugsschiff vorbei. Viele Radler, Jogger und Spaziergaenger nutzten das schoene Wetter fuer diesen gemuetlichen Ausflug . In Ramonville gibt es einen Stadthafen, der fuer mich einen Mittelmeercharakter hat. Im Hafen lagen groessere und kleiner Schiffe, daneben eine Schiffstankstelle. Und direkt am Hafen mehrstoeckige Haueser mit Balkonen und Blick zum Hafen. Dazu eine Geruchsmischung aus Brackwasser, Schiffsmotoren und warmen Pinienduft. Fast wie im Urlaub.</p>
<p>Am Samstag hab ich eine Stadtfuehrung des office de tourisme mitgemacht. Wir besuchten die Hauptsehenswuerdigkeiten von Toulouse. Ich muss jedoch zugeben, dass ich nicht alles verstand, was da gesagt wurde. Zum einen, da mein Wortschatz ueber Kunstgeschichte und Baukunst im Franzoesischen (noch) aeusserst eingeschraenkt ist. Und zum anderen rauchte mir dann irgendwann der Kopf und ich schalt mal kurz auf Durchzug. Eine Anekdote ist mir jedoch in Erinnerung geblieben: Am ehemaligen Stadthafen am Fluss Garonne, dem sogenannten Place de la Daurade, gibt es heute in einem kleinen Seitengebauede einen Kiosk mit Eis und Getraenken. Dieses Gebauede wurde wohl in den alten Tagen dafuer genutzt, um die aus der Garonne gefischten Wasserleichen aufzubahren. Mahlzeit!</p>
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