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	<title>superberti.de &#187; Musti im Senegal</title>
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		<title>Mustis Reiseberichte wieder online</title>
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		<pubDate>Fri, 06 May 2005 23:49:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wurst</dc:creator>
				<category><![CDATA[Musti im Senegal]]></category>

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		<description><![CDATA[Nach dem Festplattencrash meines Providers (ohne Backup) waren sie erst mal weg: Mustis Reiseberichte vom Senegal aus den Jahren 2000 bis 2002. Also habe ich mal meine eigenen Festplatten durchforstet und Bericht für Bericht in die Kategorie Mustis Reiseberichte hinüberkopiert. Hoffen wir, dass Musti bald wieder was schreibt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nach dem Festplattencrash meines <a href="http://inter-medium.de/">Providers</a> (ohne Backup) waren sie erst mal weg: Mustis Reiseberichte vom Senegal aus den Jahren 2000 bis 2002.<br />
Also habe ich mal meine eigenen Festplatten durchforstet und Bericht für Bericht in die Kategorie <a href="http://superberti.de/?cat=13">Mustis Reiseberichte</a> hinüberkopiert.<br />
Hoffen wir, dass Musti bald wieder was schreibt.</p>
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		<title>Gambia</title>
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		<pubDate>Tue, 15 Jan 2002 11:56:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>musti</dc:creator>
				<category><![CDATA[Musti im Senegal]]></category>

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		<description><![CDATA[Dieses Tagebuch kommt aus Gambia, wo ich seit Freitag ein paar deutsche volontairs besuche. Sie sind mit dem gleichen Programm hier, mit dem ich im Senegal war. Und obwohl es auch ein gtz-Projekt ist und die Voraussetzungen die gleichen sind wie in dem, wo ich gearbeitet habe, kommt es mir so vor, als sei dieses [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Dieses Tagebuch kommt aus Gambia, wo ich seit Freitag ein paar deutsche volontairs besuche. Sie sind mit dem gleichen Programm hier, mit dem ich im Senegal war. Und obwohl es auch ein gtz-Projekt ist und die Voraussetzungen die gleichen sind wie in dem, wo ich gearbeitet habe, kommt es mir so vor, als sei dieses Projekt in Gambia um einiges besser ausgestattet. <span id="more-33"></span>In der Hauptstadt hat jeder der mittlerweile 11 volontairs sein eigenes Zimmer in einem der 3 Häuser. Alles mit einigem Komfort ausgestattet. Dazu hat jeder der hier arbeitet sein eigenes Auto. Da kann ich dann schon etwas neidisch werden.</p>
<p>Ich stelle mir halt nun wieder die Frage, woran diese bessere Ausstattung liegt. Daran, dass es so viele volontairs sind (und damit eine Lobby darstellen), oder daran, dass hier seit 10 Jahren volontairs arbeiten (in meinem Projekt waren Christophe und ich die ersten) oder daran, dass die Chefs hier einfach etwas fähiger sind als andere?</p>
<p>Aber nun zu interessanteren Geschichten. Wie ich euch erzählt habe, hat es hier recht kräftig geschüttet. So auch am vergangenen Freitag, als ich nach Gambia aufbrach. Ganz in der Frühe, tröpfelte es nur etwas in Kaolack und ich dachte mir, dass dieses Schlamassel nun endlich vorbei sei. Als ich aber gerade am gare routiere (Buschtaxibahnhof) ankam, fing es wieder so richtig zu schütten an. Ich sass dann im Taxi und wir warteten darauf, dass es voll wird. Bei so einem Sauwetter hat natürlich auch nicht jeder Lust zu reisen. Als ich gerade daran dachte, den letzten Platz aufzukaufen, kam ein verregnetes, fröstelndes Männlein ins Auto gestiegen und es konnte losgehen. Dachte ich zumindest und stellte fest, dass unser Taxi mal wieder zur Gattung der voiture sportive gehört, also zu den Sportwagen. Im Senegal bedeutet das, dass sich einige Teenager sportlich betätigen müssen, um mit Muskelkraft das Auto anzuschieben und es nach mehreren Versuchen zum Anspringen zu bewegen.</p>
<p>Bei der Tankstelle erlebte ich die nächste Überraschung. Unser Fahrer stieg aus und rieb seine Seite der Windschutzscheibe mit einer halben Zwiebel ein. Clever, dachte ich, so kann der Regen besser abperlen. Wie ich 10 Minuten später mit einigem Entsetzen feststellte, war dies keine zusätzliche Massnahme für eine bessere Sicht, sondern die einzige! Die vorhandenen Scheibenwischer funktionierten schlichtweg nicht. Und so raste das Taxi zwar mit verminderter Geschwindigkeit, aber immer noch den Wetter- und Sichtverhältnissen unangepasst über die mit Schlaglöchern übersäte Strasse über Nioro nach Keur Ayip, dem Grenzposten.</p>
<p>Gegen 11.30 Uhr kam ich etwas unterkühlt (trotz zweier Pullis) in Keur Ayip an. Ich fluchte leise vor mich hin, denn ich hatte mich um 11 Uhr mit Alex auf der anderen Seite des Flusses verabredet. Und dazwischen lagen noch die Grenzposten und die Fähre. Ein Taxi, das mich zur Fähre bringen wollte, war gleich vorhanden, nur ich jedoch der einzige von 4 möglichen Fahrgästen. Also warten. Was mir ja an sich nix ausmacht, aber wenn ich weiss, dass da jemand auf mich wartet, bekomme ich halt doch ein schlechtes Gewissen und werde etwas unruhig. Es hatte zum Glück zum Regnen aufgehört, nur der Wind war noch kalt und unangenehm. Ich verhandelte gerade mit dem Fahrer, dass ich 2 zusätzliche Plätze zahle, wenn er noch einen weiteren Fahrgast findet, als meine Rettung in Gestalt dreier Toubabs eintraf. Wie sich herausstellte 3 Australier, 2 Mädels, Leveana und Jen, sowie Jens Freund Jamie (Good day mate). Also weiter zu den Grenzposten der Senegalesen und der Gambianer. Das ist alles kein Akt, die wollen einem nix Böses und das Visum kostet auch nix, wenn da aber 4 Toubabs (=Weisse) auftauchen, mit 2 verschiedenartigen Pässen, dann wird das ganze zum Bilderbuch anschauen mit Märchenstunde. Unsere Pässe und alten Visas wurden von jedem Grenzbeamten genauestens untersucht und jeder von uns musste ein bisschen was von daheim erzählen. Irgendwann war auch das überstanden und wir konnten zur Fähre weiterfahren.</p>
<p>Während ich mich mit den Aussies unterhielt über das woher und wohin, versuchte mich der Fahrer auf Wolof zu überzeugen, dass wir mehr zahlen müssten, da wir unvorhergesehen an den Grenzposten halten mussten und überhaupt sei das ja viel Gepäck und blablabla. Nix gibt&#8217;s!</p>
<p>Und nachdem wir auch den Gambiafluss mit der Fähre überquert hatten (vorher noch ein bisschen warten) konnte ich gegen 14 Uhr meinem Kumpel Alex die Hand schütteln, drei Stunden später. Aber wir sind ja hier in Afrika. Eigentlich wollten die Aussies ja nach Osten, nach Georgetown, und Alex bot an, sie bis zum Taxiplatz zu fahren. Unterwegs ratschen wir noch etwas über die Vorzüge von Banjul und nach einer kleinen internen Meinungsfindung, fuhren die Aussies mit uns mit nach Westen. Es wurde sehr lustig.</p>
<p>Hier nun mal einige kleine Unterschiede zwischen Gambia und Senegal, was mir halt so auffällt. Das Englisch der Gambier ist weit schlechter als das Französisch der Senegalesen. Vielleicht habe ich mich in den eineinhalb Jahren auch gut daran gewöhnt, aber ich hab so meine Probleme mit dem Gambia-Englisch. Ich bevorzuge es dann doch in Wolof mit ihnen zu kommunizieren. Natürlich betteln auch hier die Kinder, nur dass sie im Senegal Geld wollen (Donne moi l&#8217;argent) während sie hier Stifte bevorzugen (give me pen). Mensch, wer schleppt schon einen Rucksack voller Kugelschreiber mit sich rum? Da die Gegend von Bajul und Serekunda gnadenlos touristisch ist, gibt es hier sehr viele der so genannten bumsters. Das sind junge Gambier, die dir helfen wollen, dein guide sein wollen oder sonst wie an deinem Reichtum teilhaben wollen. Sie sind genauso nervig wie in Dakar, nur sind sie hier zahlreicher. Mich können sie jedoch mit ihrer Anmache Guten Tag, wie geht&#8217;s, alles klar jedoch nicht im geringsten beeindrucken. Ich halte diese Kerle für etwas unterbelichtet.</p>
<p>Am Samstag spielte dann Alex unseren Tourguide und fuhr mit den 3 Aussies, den beiden neuen volontairs Ulrich und Anke und mir nach Banjul, der Hauptstadt Gambias. Wir sind auf den Arch 22, eine Art Triumphbogen, der neben einem kleinen Museum auch eine schöne Aussicht über Banjul bietet. Banjul hat etwa 100.000 Einwohner und das höchste Haus hat etwa 5 Stockwerke. Selbst im Vergleich zu Kaolack ein Kuhdorf, geschweige denn im Vergleich zum Moloch Dakar. Aber es sieht alles recht ruhig und angenehm verschlafen aus.</p>
<p>Später gingen wir dann noch über den grossen Markt, den Albert Market. Was mir sofort auffiel war die Sauberkeit des Bodens. Er sah frisch gefegt aus und es war kaum Dreck dort, ganz im Gegensatz zu den Schmutzbergen im Kaolack-Markt oder im Marché Sandaga in Dakar. Es war so sauber (relativ gesehen), dass ich sogar etwas Skrupel hatte, meine Orangenschalen wegzuwerfen. In Kaolack hätte ich da keinen Gedanken dran verschwendet. So liefen wir, eine Horde Toubabs über den Markt, betrachteten das Gemüse, die Fische wurden von ein paar fliegenden Händlern zugetextet und schlenderten mehr oder weniger gelangweilt an den Souvenirständen vorbei. An einem jedoch bissen sich die Aussies fest. Leveanna wollte eine Halskette erhandeln und Jamie nutzte die Zeit, um auf einem ballaphone (eine Art Xylophon) zu spielen. Und der Kerl kann wirklich gut spielen.</p>
<p>Einen Tag später am Strand zeigte er uns noch, was er in Dakar im Kora-Kurs (eine Art Harfe mit Gitarre gemischt) gelernt hatte. Einfach genial! Den Nachmittag verbrachten wir am Strand, planschten im Ozean und sahen einer Mädchentanzgruppe zu, die gerade einen Videoclip aufnahmen.</p>
<p>Am Sonntag verabschiedeten sich die Aussies dann doch Richtung up-country, nach Gergetown, und ich fuhr mit Alex, Ulrike und Ulrich nach Tanji ins dortige village museum. Dort gab es das übliche zu sehen: Tiere, Trommeln, Häuser, Handwerk. Das Beste für mich waren die Pflanzen, die als Getränk, Medizin oder Kosmetik benutzt werden. Ulrike meinte jedoch zutreffenderweise, dass die Exponate wieder mal erneuert werden könnten. Das Museum war schon recht nett gemacht, aber für Leute, die hier arbeiten, kann es natürlich (fast) nix Neues bieten.</p>
<p>Am Strand spielte der Hund von Ulrike und Alex mit einer Strandkrabbe. Diese hatte er sich vorher ausgebuddelt und schleuderte sie nun durch die Luft und hin und her. Als sie dann endgültig hinüber war, starrte er sie noch ein bisschen an und suchte sich ein neues Spielzeug. In diesem Moment war dieser Hund eigentlich ein ziemlich cleveres Kerlchen, im allgemeine könnte er jedoch ohne Probleme der Bruder von Rantanplan sein (der dämliche Hund von Lucky Luck).</p>
<p>Am Montag wurde dann wieder gearbeitet und ich schloss mich den Arbeitern an. Ulrike machte eine Einführung für die beiden Neuen, Ulrich und Anke, und dazu gingen wir in den Abuko National Park. Während die anderen paukten, lief ich herum, begutachtete verschiedenste Vögel, ein Krokodil beim Sonnenbad und schaute den Affen beim Herumtollen zu. In der Aufzuchtstation lungerten ein paar Hyänen mit 2 Jungen herum. Der Nationalpark ist ein herrlicher Dschungel mit etwas Savanne und Flusswäldern und sehr vielen Tieren, vor allem Vögeln. Eine grüne Mamba konnte sich gerade noch in Sicherheit bringen, als Ulrike mal kurz in den Busch wollte.</p>
<p>Den Nachmittag verbrachten wir in der Lamin Lodge, einem Restaurant in den Mangrovensümpfen. Diese recht grosse Haus ist aus Brettern zusammengezimmert und steht auf einem Steg mitten über dem Wasser, das hat dann so ein Flair von einem Baumhaus, recht hübsch. Und dieses Baumhaus war mit etwa 2 dutzend knallrot verbrannten Briten besetzt, die trotz des Sonnenbrandes immer noch in kurzen Hosen rumliefen und zumeist schon etwas zuviel vom Julbrew (Gambisches Bier) genossen hatten. Die Aussicht auf die Mangrovensümpfe vom ersten Stock des Hauses war wunderbar und man konnte wieder mal Vögel und Affen begutachten. Im Schlamm liefen Winkerkrabben umher und Schlammspringerfische krochen um die Wette. Diese Fische sehen aus wie Kaulquappen, werden bis zu 10 cm gross und besitzen neben den Kiemen zwei kräftige Vorderbeine mit denen sie dann über den Schlamm rutschen. Springen können sie auch recht gut und hoch und wenn sie dann mit ihrem Bauch auf dem Schlamm landen, macht es Pflatsch. Klingt ziemlich lustig. So ungefähr wie diese Schlammspringer stelle ich mir unsere Vorfahren vor, die vor ein paar Millionen Jahren beschlossen haben, dem Meer den Rücken zu kehren um sich früher oder später auf die Bäume zu begeben.</p>
<p>Da wir noch kein Mittagessen gehabt hatten, baten wir die Kellnerin uns etwas zu Essen zu bringen. Sie fragte uns, was wir denn wollten. Nein, dachte ich, ich bin schon zu lange hier in Afrika, so läuft das nicht und antwortete mit der Gegenfrage, was sie denn zu bieten hätten. Da müsse sie in der Küche nachschauen und verschwand. Etwas später kam sie zurück und berichtete uns, dass der eine Koch krank sei und der andere erst am Nachmittag käme. Aber sie könne uns ein egg Sandwich machen. Super, besser als nix. Während wir auf unser Sandwich warteten, lästerten wir über die roten Briten und sahen den Affen beim rumtoben zu. Einer hatte sich ein Päckchen Zucker stibitzt und musste es schwer gegen einen Kollegen verteidigen. Ulrike dagegen musste ein Teil ihres egg Sandwiches mit einem dieser Affen teilen, der sich unbemerkt von hinten herangeschlichen hatte und dann blitzschnell zuschlug.</p>
<p>Heute entspanne ich mich noch in Gambia und werde morgen mit ein paar der deutschen nach Senegal fahren: Die wollen weiter nach Dakar und können mich so in Kaolack absetzten. Das spart Zeit, Geld und ist vor allem viel bequemer.</p>
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		<title>Regen im Senegal &#8211; im Januar</title>
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		<pubDate>Thu, 10 Jan 2002 16:58:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>musti</dc:creator>
				<category><![CDATA[Musti im Senegal]]></category>

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			<content:encoded><![CDATA[<p>So, liebe Leute, bin also wieder im Senegal, diesmal nur auf Urlaub und besuche Freunde und Bekannte. Um es gleich zu sagen, meine Ankunft in Dakar war irgendwie auch wie &#8220;Heim kommen&#8221;.<br />
<span id="more-32"></span></p>
<p>Meine Reise fing schon recht lustig an. Im Flug von München nach Paris sass ein Afrikaner neben mir. Wir kamen gleich ins Gespräch und es stellte sich heraus, dass Roch (so sein Name) in Abidjan (Elfenbeinküste) geboren wurde und seit 10 Jahren in München wohnt. Er hatte Jura und Politik studiert und wollte eigentlich in den diplomatischen Dienst eintreten. Aber nach dem Studium bekam er eine kleine Sinnkrise und er entschied sich sein Hobby zum Beruf zu machen. Er wurde zum resident DJ im Ultraschall in München, der auch in ganz Europa auflegt. Eben war er auf dem Weg nach Paris, um dort am Samstag abend in einer Disko aufzulegen. Wir haben viel gelacht und über unsere Eindrücke über Europa und Afrika geratscht. Wenn ich wieder in München bin, werde ich mit ihm Kontakt aufnehmen.</p>
<p>In Paris schlenderte ich dann zu meinem Flugsteig und war eigentlich schon im Senegal: Männer im Boubou (traditioneller Umhang) und Wollmützchen sowie Frauen in farbenfrohen Gewändern. Und dort traf ich dann auch Erfath, eine Amerikanerin, die in der Kaolack Gegend arbeitet. Natürlich war das Hallo gross und es wurden die neuesten Gerüchte ausgetauscht.</p>
<p>Wie es sich für einen Afrikaflug gehört, hatten wir eineinhalb Stunden Verspätung. Irgendwas war kaputt gewesen und die Techniker hatten noch am Flugzeug rumgefummelt. Aber irgendwann ging es dann doch los. In Dakar angekommen schlug uns gleich die feuchte Wärme beim Aussteigen ins Gesicht und es war alles so wie immer. Ich wurde von Craig und Jeremie und Amy vom Flughafen abgeholt und bis es dann endlich Schlafenszeit war, verging auch noch eine ganze Weile.</p>
<p>Das Wochenende in Dakar verlief ruhig und gemütlich am Tage bzw. mit gutem Essen und Kneipenbesuchen bis in die späte Nacht. Was mir lustig anmutet ist die Weihnachtsdekoration in Dakars Innenstadt. Bei 30 Grad Celsius kommen einfach keine Weihnachtsgefühle bei mir auf, nicht einmal an Heilig Drei König.</p>
<p>Am Montag schaute ich dann in meinem alten Büro vorbei. Natürlich auch hier grosse Freude bei allen. Und Erstaunen bei meinem Ex-Chef, der sich gleich wieder in sein Büro verzog, zum Glück. Mit den anderen wurden die üblichen Begrüssungen ausgetauscht: Wie gehts dir und der Familie, Ich hoffe alle sind gesund, lange nicht mehr gesehen. Grüsse an Bruder und Mutter und Freunde und alle Familienangehörigen wurden mir entgegen gebracht. Und zu Mittag gabs dann wieder ein leckeres Thieb bu Thienn (Fisch mit Reis) und danach den guten, alten ataya (stark gesüsster Tee).</p>
<p>Am Dienstag machte ich mich nach Thies auf, um dort einige Amis zu besuchen, die dort ein Training haben. Da ich Thies nur vom durchfahren kenne, nahm ich gleich die Gelegenheit wahr, mir die Stadt anzusehen. Thies hat etwa die Grösse von Kaolack, ist Wirtschaftszentrum und wichtige Bahnstation auf der Strecke Dakar-Bamako. Sehr interessant ist dort die Wandteppichfabrik. Anhand von Vorlagen senegalesischer Künstler werden grosse Wandteppiche gewoben, die man natürlich auch kaufen könnte. Die Motive sind aus dem Alltag und mit sehr schönen Farben gewoben. Leider hab ich keinen Blitz und es gibt auch keine Postkarten, so dass ihr euch die Teppiche selber mal ansehen müsst. Neben der Teppichfabrik gibt es auch so eine Art Stadtmuseum, mit der Stadtgeschichte und schönen Hinterglasbildern. Das ist dann auch schon alles, was Thies kulturell zu bieten hat. Immerhin mehr als Kaolack, dass zwar 4 Kinos hat, aber keine Museum.</p>
<p>Tja, und seit Mitwoch Früh regnet es!!!! Im Januar und Februar kann es zwar den vereinzelten Tropfen geben, dass es aber etwa 30 Stunden durch regnet, ein richtiger Schnürlregen, das ist dann doch aussergewöhnlich. Und darauf war ich nicht vorbereitet. Denn im Gegensatz zur Regenzeit ist es jetzt mit 15 Grad schon recht kalt und ich hab nur einen dicken Pullover dabei, eigentlich für die Heimreise. Da es auch den Senegalesen zu kalt ist, ist kein Mensch auf der Strasse und das gibt ein ziemlich bizarres Bild. Wo es sonst doch nur so wimmelt von Menschen und Kindern. Die Strassen stehen wie gewohnt unter Wasser und Schlamm macht sich breit. Der Unterschied ist nur die Temperatur.</p>
<p>Heute bin ich bei Dauerregen von Thies nach Kaolack, wo ich in meinem alten Haus bin und meinen Freund und Hausmeister Lamine wieder traf. Morgen werd ich nach Gambia weiterfahren, um dort die anderen Deutschen zu besuchen.</p>
<p>So, nun noch schöne Grüsse aus dem verregneten Senegal ins wohl kalte München. Ich komm mir vor, wie in einem verregneten Italien-Sommerurlaub!</p>
<p>MARCUS &#8220;MUSTI&#8221;</p>
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		<title>Wieder in München</title>
		<link>http://superberti.de/archives/wieder-in-munchen</link>
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		<pubDate>Sat, 29 Sep 2001 21:15:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>musti</dc:creator>
				<category><![CDATA[Musti im Senegal]]></category>

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		<description><![CDATA[Liebe Leute, bin also nun wieder in München: Und friere etwas bei lausigen 18°C. Meine Heimreise war dann doch etwas abenteuerlich: Wir sind mit nur 10 Minuten Verspätung am Donnerstagabend in Dakar gestartet, reife Leistung. Am Freitag in der Frühe kam ich todmüde in Brüssel an. über Lautsprecher bekam ich so langsam mit, daß Sabena [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Liebe Leute,</p>
<p>bin also nun wieder in München: Und friere etwas bei lausigen 18°C. <span id="more-34"></span>Meine Heimreise war dann doch etwas abenteuerlich: Wir sind mit nur 10 Minuten Verspätung am Donnerstagabend in Dakar gestartet, reife Leistung. Am Freitag in der Frühe kam ich todmüde in Brüssel an. über Lautsprecher bekam ich so langsam mit, daß Sabena alle möglichen Flüge streicht: Bis ich dann auch merkte, daßlig; der nach München ebenfalls annulliert ist, Pilotenstreik. Also ließ ich mir eine neue Verbindung raussuchen, über Düsseldorf! So kam ich nicht wie geplant gegen 9 Uhr in München an, sondern erst so gegen 13 Uhr. In München stand ich dann am Gepäckband und wartete auf meinen Rucksack, ebenso wie ein paar andere Leute, die mit mir aus Brüssel gekommen waren. Irgendwann war es uns dann klar, das Gepäck kommt nimmer, es hängt irgendwo zwischen Brüssel und München! Also einen Nachforschungsauftrag stellen. Gegen 14 Uhr kam ich dann endlich bei meinen Freunden an und konnte das Bier in Empfang nehmen. Mein Begrüßungsspruch war: &#8220;es ist schön wieder in der sogenannten zivilisierten Welt zu sein: Man kommt mit weniger Gepäck an wie aufgegeben und darf noch einen kostenlosen Rundflug über Düsseldorf machen.&#8221;</p>
<p>So wohne ich erst mal wieder bei meiner Mutter, bis ich wieder in meine eigene Wohnung kann.</p>
<p>Bis dann, man sieht sich</p>
<p>MARCUS &#8220;MUSTI&#8221;</p>
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		<title>Maria Himmelfahrt</title>
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		<pubDate>Sun, 02 Sep 2001 13:05:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>musti</dc:creator>
				<category><![CDATA[Musti im Senegal]]></category>

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		<description><![CDATA[So liebe Freunde, ich bin euch wieder mal einen Tagebucheintrag schuldig. Der letzte ist ja schon eine Weile her. Aber es ging hier etwas drunter und drüber. Wie ihr ja mitbekommen habt, habe ich mittlerweile gekündigt. Die Zusammenarbeit mit meinem deutschen Chef war schon seit Monaten etwas schwierig. In der letzten Zeit ist es aber [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>So liebe Freunde, ich bin euch wieder mal einen Tagebucheintrag schuldig. Der letzte ist ja schon eine Weile her. Aber es ging hier etwas drunter und drüber. Wie ihr ja mitbekommen habt, habe ich mittlerweile gekündigt. <span id="more-35"></span>Die Zusammenarbeit mit meinem deutschen Chef war schon seit Monaten etwas schwierig. In der letzten Zeit ist es aber dann eskaliert und ich habe die Konsequenzen gezogen. Irgendwann ist es auch mit meiner königlich bairischen Ruhe vorbei. Und nun soll er sehen, wie er ohne mich zurecht kommt. Es war keine leichte Entscheidung, aber es ist besser so für mich.</p>
<p>Nun aber zu was erfreulicherem. Am 15. August war auch im Senegal Maria Himmelfahrt. Und das habe ich dieses Jahr auch gefeiert. Nicht dass ihr jetzt denkt, ich bin zum Heiligen geworden, aber die Religiösität ist hier sehr stark, stärker als bei uns und daher für mich interessant.</p>
<p>Ich bin mit Wendelin (Praktikant aus Stuttgart) und Carmen (einer Freundin aus München) nach Fadiouth gefahren, um dort die Familie von Magui (kurz fuer Maguerite) Diouf zu besuchen. Bei dieser Familie war ich schon mal mit meiner Mutter, so dass es ein riesen Hallo gab, als ich wieder dort auftauchte. Wir wurden in das beste Zimmer im Haus untergebracht, Matratzen am Boden und es tröpfelt nicht rein beim Regen. Am Dienstagabend, dem Vorabend des Festes, sind wir noch ein bisschen durch die Gässchen der kleinen Insel gewandert. Am Abend sollte es dann eine Tanzveranstaltung geben auf dem Dorfplatz. Alle, die dieses Jahr 30 werden, dürfen mitmachen. Aber leider gab es so gegen 21 Uhr einen Stromausfall. Als wir dann sahen, dass es auf dem Festland Strom gab, war Joseph, ein Bruder von Magui, sichtlich böse. Er meinte, das machen die mit Absicht, um unser Fest zu versauen usw. Man muss dazu sagen, dass die Insel Fadiouth hauptsächlich von Christen bewohnt wird, während der Senegal zu 90% Muslime hat. Da können schon solche Gedanken kommen. Aber irgendeiner hat dann noch einen Generator aufgetrieben und so konnte die Fete steigen. Alle Mitwirkenden hatten Gewänder aus dem selben Stoff an, was sehr hübsch anzusehen war. Und getanzt haben sie wie die Wilden bis spät in die Nacht.</p>
<p>Am Mittwoch morgen sind wir in die frisch renovierte Kirche, ein sehr schöner sechseckiger Bau, hell und freundlich. Am Kirchturm ist ein grosses Kreuz aus blauen Neonröhren, was nachts leuchtet und darüber ein grosses rotes Herz (das leider nicht leuchtet). Die Kirchgänger hatten alle wunderbar bunte Kleider an, der Chor sang mit Trommelbegleitung (weit besser als unsere Grabesgesänge beim Gottesdienst) und der Gottesdienst wurde in der Einheimischensprache Serer abgehalten. Irgendwann glaubte ich das Vaterunser zu vernehmen.</p>
<p>Am Nachmittag sind wir im Wasser rumgewatet und haben beim Krebsefangen zugesehen. Auch nicht so ganz einfach, die Viecher sind flink.</p>
<p>Dieses Jahr regnet es in der Region Kaolack zu wenig. Anouar, ein libanesischer Bekannter von mir sagte, dass im Vergleich zum letzten Jahr 90mm weniger gefallen sind. Bei einer Gesamtregenmenge von etwas unter 800mm ist das gravierend! Ich merke das auch, da letztes Jahr in Kaolack alles voller Schlamm war und ich arge Probleme mit meinem Motorrad hatte. Dieses Jahr kann ich problemlos in Kaolack rumdüsen. Auch Amidou, ein Reisbauer, hat arge Sorgen, denn die Reisfelder sind zu trocken. Er pflanzt auch seine Reissetzlinge noch nicht ins Wasser um, denn bei dem wenigen Wasser würden sie ihm verkochen. Und die Hirse wird langsam gelb. Wenn da nicht bald ausreichend Regen kommt, siehts düster aus!</p>
<p>In Sokone hab ich 2 französische volontaires, Veronique und Stéphane, sowie den Ami Jonathan besucht und es gab lecker phacochère (Wildschwein). Der gewilderte Wildschweinschlegel wurde in Rotwein eingelegt und den ganzen Nachmittag auf kleiner Flamme geköchelt. Am Abend dann mit Reis und Kartoffeln, eine erlesene Mahlzeit, die auch den Senegalesen (Christen!) geschmeckt hat.</p>
<p>Soweit für heute</p>
<p>MUSTI</p>
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		<title>Bilder, Bilder, Bilder&#8230;</title>
		<link>http://superberti.de/archives/bilder-bilder-bilder-2</link>
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		<pubDate>Wed, 08 Aug 2001 18:38:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>musti</dc:creator>
				<category><![CDATA[Musti im Senegal]]></category>

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		<description><![CDATA[Adjuma Ba pfluegt das Hirsefeld Landschaft in Dimat, dem äussersten Norden Senegals Ein paar der wenigen Bäume in der Gegend von Podor, Nord-Senegal Geographieunterricht mit Sara, US peace corps, in ihrem Dorf]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="/wp-content/adjuma.jpg" alt="Adjuma Ba pfluegt das Hirsefeld" border="0" height="254" width="400" /><br />
Adjuma Ba pfluegt das Hirsefeld<br />
 <span id="more-82"></span><br />
<img src="/wp-content/dimat.jpg" alt="Landschaft in Dimat, dem �ssersten Norden Senegals" border="0" height="248" width="400"/><br />
Landschaft in Dimat, dem äussersten Norden Senegals</p>
<p><img src="/wp-content/podor.jpg" alt="Ein paar der wenigen Bäume in der Gegend von Podor, Nord-Senegal" border="0" height="256" width="400" /><br />
Ein paar der wenigen Bäume in der Gegend von Podor, Nord-Senegal</p>
<p><img src="/wp-content/sara.jpg" alt="Geographieunterricht mit Sara, US peace corps, in ihrem Dorf" border="0" height="400" width="259" /><br />
Geographieunterricht mit Sara, US peace corps, in ihrem Dorf</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Hitze und Palmwein</title>
		<link>http://superberti.de/archives/hitze-und-palmwein</link>
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		<pubDate>Thu, 17 May 2001 11:33:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>musti</dc:creator>
				<category><![CDATA[Musti im Senegal]]></category>

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		<description><![CDATA[Die letzten Tage, 7. bis 11. Mai, war es in der Gegend um Kaolack einfach unbeschreiblich heiss und es hat immer wieder einen Sandsturm gegeben. In meinem Haus hätte ich nach 2 Tagen heftiger Winde ohne weiteres eine Sandburg bauen können. Am Montag habe ich in der Nähe von Nganda gearbeitet und mir auf ein [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die letzten Tage, 7. bis 11. Mai, war es in der Gegend um Kaolack einfach unbeschreiblich heiss und es hat immer wieder einen Sandsturm gegeben. In meinem Haus hätte ich nach 2 Tagen heftiger Winde ohne weiteres eine Sandburg bauen können.<span id="more-36"></span></p>
<p>Am Montag habe ich in der Nähe von Nganda gearbeitet und mir auf ein paar Döfern zeigen lassen, wie man einen verbesserten Herd für Feuerholz baut. In Wolof heisst dieser Herd &#8220;Ban ak suuf&#8221;, auf Deutsch &#8220;Lehm und Sand&#8221; Ein anderes deutsches Projekt hatte dort gerade eine Truppe von Ausbildern und ich konnte alle Schritte des Ofenbaus mitverfolgen: wie die Frauen den Lehm stampfen, ihn mit Sand, Wasser und Hirsespelzen vermischen und wie das ganze dann zu einem Herd zusammengebastelt wird. Zur gleichen Zeit bauen die Männer in den Dörfern Staudämme aus Steinen und Holz, um die Bodenerosion, die durch die starken Regengüsse hervorgerufen wird, in den Dörfern und den Feldern drumherum aufzuhalten. In einem Dorf war es so krass, dass es durch einen mehr als 2 Meter tiefen Graben zweigeteilt wurde. Sie hatten sogar schon eine Holzbrücke über den Graben errichtet. Das erinnerte mich etwas an &#8220;Asterix, Der grosse Graben&#8221;.</p>
<p>Am Dienstag führte ich in Ndoffane, einer Kleinstadt eine halbe Autostunde von Kaolack, meine Umfrage über Kerosinkocher durch. Dort waren der Sturm und die Hitze unerträglich. Ständig flog Sand in der Gegend rum, man sah fast nix und der Sand war überall, ziemlich lästig sowas! Selbst der Wind bringt kein bisschen Abkühlung, denn er ist so heiss wie die Luft in einem Backofen und brennt richtig in den Augen und auf der Haut. Und wieder mal das alte Problem bei dieser enormen Hitze: ich kippe oben unheimlich viel Wasser in mich rein und unten kommt nix raus. Das mag für euch lustig und vielleicht sogar angenehm klingen, aber auf die Dauer kann das schwerwiegende Nierenprobleme geben. Zu allem Übel kam noch hinzu, dass es ab Dienstagvormittag kein Wasser im Haus gab. Diese totale Wassersperre, die ich noch nie erlebt hatte, dauerte etwa 24 Stunden. Und halb Kaolack war davon betroffen. Es ist ätzend, wenn man sich den Sand und den Schweiss nicht wegduschen kann, wenn die Klospülung nicht mehr funktioniert. Trinkwasser kann man sich ja zum Glück im Supermarkt kaufen. Ich sags euch, liebe Freunde, da macht man was mit. Und natürlich gab es als Zuckerl in unregelmässigen Abständen Stromausfälle, das heisst, keinen Ventilator mehr!.</p>
<p>Und das alles angeblich wegen Touba. Denn am Wochenende vom 12. Mai ist wieder Magal de Touba gewesen, die Wahlfahrt zu den Marabouts (religiösen Führern) in der den Senegalesen heiligen Stadt Touba. Etwa 2 Millionen Senegalesen (von 8 Millionen insgesamt) werden dort hinfahren. In überfüllten Bussen, an den Zügen hängend und oben auf den überladenen Lastwagen sitzend. Und deswegen wurde schon mal Wasser dorthin gepumpt, sagt man. Merçi Serigné Touba (Danke, Herrscher von Touba)!</p>
<p>Zur gleichen Zeit ist in St. Louis, im Norden des Landes, das Jazzfestival, aber ich bin nicht dort. Ich könnte sowieso erst am Freitag fahren, da ist aber wegen der Magal garantiert kein Taxi zu bekommen und mir ist da auch viel zu viel Verkehr auf den Strassen.</p>
<p>Temperaturaufzeichnung von Freitag 11/05/01 gegen 16.15 Uhr in meinem Garten in Kaolack, im Halbschatten und bei leichtem Wind : 49°C! Das ist kein Witz und selbst für die Einheimischen zuviel. Beim Begrüssungsritual wird zur Zeit gefragt «Naka tanga bi?» (Wie ist die Hitze?) Eine gute Antwort ist «Tanga na torop!» (Es ist sehr heiss!).</p>
<p>Am Samstag, den 12/05/01, bin ich wieder mal zu meinen französischen Freunden Veronique und Stéphane nach Sokone fürs Wochenende gefahren. Dort angekommen sind wir mit Auguste Diatta in sein Dorf gefahren. Dies war wieder mal was Neues für mich, eine christliche Diolafamilie zu besuchen. Die Diola machen gerade mal 5% der Bevölkerung Sénégals aus und die Anzahl der Christen beträgt auch so um die 5%. Das Dorf ist an einem kleinen Fluss gelegen, damit die Diola, wie das so bei ihnen üblich ist, ihren eigenen Reis anbauen können. Denn die Diola kaufen nur ungern fremden Reis ein. In der Familie Diatta trafen wir auf Paul, das Familienoberhaupt, der zwar die 70 schon überschritten hat, aber immer noch ziemlich fit ist und ein sehr gutes Französisch spricht. Die Leute freuten sich sichtlich, dass ich sie in ihrer Sprache, dem Diola, begrüssen konnte.</p>
<p>Die Frauen waren gerade dabei, aus den pommes d&#8217;acajou (=Apfel der Cashew-Nuss) Saft zu machen: Vom Apfel die schlechten Stellen wegschneiden, dann die Äpfel in einen schiefen Trog legen und zerstampfen und ausquetschen. Unter dem Loch im Trog steht ein grosser Topf, der mit einem Tuch als Sieb überspannt ist und in dem der Saft aufgefangen wird. Der Saft wird dann meist in grösseren Plastikkanistern in die Sonne gestellt, wo er zum Gären anfängt. Sie bezeichnen dass dann als Wein bzw. Bier des pomme d&#8217;acajou.</p>
<p>Wir sassen also rum, diskutierten und tranken Saft des pommes d&#8217;acajou und Palmwein. Paul drehte sich hin und wieder ein Zigarettchen und erzählte nette Geschichten. Der frische acajou-Saft schmeckt nicht schlecht, aber beisst etwas im Hals, wie auch der Apfel selber. Der vergorene Saft jedoch schmeckt und riecht wie ein alter Käse, das ist nicht unbedingt meine Sache. Auch Stéphane verzog leicht das Gesicht. Da halte ich mich lieber an den Palmwein. Der schmeckt weich und sanft und macht nicht gleich betrunken, was ziemlich gefährlich ist. Der Palmwein wird folgendermassen gewonnen: kurz unter den Blättern wird die Palme am Stamm eingeschnitten und der dann austretende Saft (das Harz?) mit am Baum festgebundenen Flaschen aufgefangen. Je länger der Saft rumsteht, desto mehr Alkohol entwickelt er.</p>
<p>Während wir also mit den Männern quatschten und die Frauen Saft machten versammelte sich ein wahrer Tierpark auf dem Hof: Esel, Hühner, Enten, eine schöne, schwarze Katze, und eine Muttersau mit zwei Ferkeln. Was halt alles so zu einem guten Haushalt in Afrika gehört. Als Paul eines der Ferkel fing, um es zu markieren, quiekte es wie wild, als ob es schon am Spiess hinge. Sofort kam die Muttersau in einem Wahnsinnstempo angerast und grunzte wütend. Aber mit ein paar Tritten wurde sie schnell verjagt.</p>
<p>Etwas später sind wir, Veronique, Stéphane, Auguste, und ich zusammen mit dem Hausäffchen spazieren gegangen. Das Äffchen ist ein singe rouge (roter Affe) und ist recht zahm. Zur Zeit ist es beim Haus angekettet, da er sonst sofort auf den im Hof stehenden Mangobaum klettern würde und alle Mangos aufessen würde. Ausserhalb der Mangozeit hupft es frei in der Gegend rum. Wir sind über die Felder gezogen hin zu den Cashew- und Mangobäumen (Achtung Schlangen!) und weiter zum Fluss, wo die Reisfelder angelegt werden. Eine ganz andere Natur als die um Kaolack. Grün, viele Bäume, vor allem Palmen. Im Fluss schwimmen Seerosen und es gibt viele Vögel, enorm viele Fischreiher. Weiter hinten dann ein paar Sumpfausläufer, wo sich angeblich auch ein Krokodil befinden soll.</p>
<p>Seit die magal de Touba vorbei ist, gibt es keine Stromausfälle mehr und das Wasser plätschert munter aus meinem Wasserhahn.</p>
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