das war’s dann

Reisetagebuch 29-10-08

Letzes Wochenende hab ich noch mal ein paar supertolle Herbsttage in den Pyrenaeen verleben duerfen. Mit Annick und Francois sowie deren Toechter Lou und Marie sind wir in die Gegend von Bagneres de Bigorre (bei Tarbes). Dort haben sie eine umgebaute Scheune, Klo vor dem Haus, nur kaltes Wasser und Kaminfeuer zum Heizen.


Am Samstag erst mal auf den Markt von Bagneres, rumschnueffeln, lecker Kaese und Honig kaufen, Annick schaut sich Kleider an, die Kinder haben ihren Spass. Das Fleisch, was wir dort erstanden haben, haben wir uns im Restaurant der Markthallen zubereiten lassen und dazu Wein und Pommes gekauft. Ein bisserl so wie ein bayrischerBiergarten und alles in entspannter Atmosphaere. Am Nachmittag haben wir dann einen Spaziergang durch das Tal gemacht, bunte Blaetter an den Baeumen, einige Esskanstanien (Maroni) gesammelt und eine kleine Hoehle erkundet. Francois hat in dieser Huette viele Ferien verbracht und kennt dort alle Ecken. Die Pferde sind natuerlich fuer die Maedels die grosse Attraktion und muessen gestreichelt werden, die Schafe daneben sind weniger interessant.
Am Sonntag dann zum Col de Beyrede und von dort aus in einem 2 stuendigen Aufstieg zum 1921m hohen Signal de Bassia. Die Maedels waren echt tapfer und sind alles klaglos gelaufen. Oben am Gipfel….. der Wahnsinn, eine Fernsicht, unglaublich. Daheim haett ich gesagt, wir haben Foehn. Alle Berge klar und deutlich zu sehen, ab etwa 2500m leichter Schnee und auch auf der anderen Seite ins Flachland eine herrliche Sicht. Ich konnte mich nicht sattsehen und es war fast wie daheim in meinen geliebten bayrischen Bergen. Auf den Nordhaengen haben wir uns mit den Schneebatzen eine kleine Schneeballschlacht geliefert. Beim Abstieg konnten wir dann noch einigen Paraglidern zusehen. Und auf der Rueckfahrt nach Toulouse konnten wir noch die herrliche Bergsilhouette bewundern.
Heute melden die Nachrichten aus der gleichen Gegend bereits „Ski und Rodel gut“ und seit Montagnachmittag ist es hier unten saukalt.

A propos Winter, fuer mich ist es unmoeglich die kalte Jahreszeit in Frankreich zu verbringen. Ich hab durch einige Silvesteraufenthalte in Frankreich schon Erfahrung. Frankreich betrachtet sich als Land des Suedens, und das obwohl Paris noerdlicher als Muenchen liegt! Und da es im Sueden ja nie kalt wird, sind auch die Massnahmen gegen die Kaelte meiner Meinung nach vollkommen unzureichend. Zu allem Unglueck kommt noch hinzu, dass ich seinerzeit Energietechnik studiert habe.
Beispiel 1, das Buero von MHH France. Dieses Buerozweckgebaeude hat rundum eine grosse Fensterfront (Einscheibenverglasung) und eine einfache Ziegelwand ohne grosse Isolationsschicht. Als Heizung dient die Klimaanlage (Atomstrom sei Dank), die natuerlich am anderen Ende des Zimmers haengt. Sowas ist mir auch mal in einem Restaurant passiert, wir sassen im „Wintergarten“, der bei franzoesischen Restaurants obligatorisch ist. Rechts hatte ich die Fensterscheibe und ich fror wie ein Schneider, links brannte mir die Klimaanlage die Kleider vom Leib.
Beispiel 2, Die Buchhandlung: Die Schwingtuer schliesst nur unzureichen, zwischen den Tuerfluegeln kann ich ohne weiteres einen Finger durchstecken. In der Buchhandlung brummt die Elektroheizung auf vollen Touren.
Andere Laender, andere Sitten.
So, liebe Leserin, lieber Leser, das war mein letzter Eintrag fuer MHH France aus Toulouse. Am Freitag gibts noch ein Festessen mit den Kollegen in einem guten Restaurant und Samstag Mittag gehts mit dem Zug ueber Paris zurueck in die kalte, aber gut beheizbare Heimat.
Merci et a bientot.

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