Landwehrstr. 28 – Webdenkmal für MIR

Das MIR war eine Art illegitimer Nachfolger und gleichzeitig einziger würdiger Thronerbe von Radio RIM. Dieser in der Bayerstraße 25 ansässige Laden war der Geburtsort von Münchens „Elektronikmeile“. Keimzellen waren die Firmen Ezetka-Industrie GmbH und Radiola-Industrie GmbH, die sich 1925 in Radio-Industrie München oder kurz „RIM“ umbenannten. Radio RIM verkaufte Elektronik-Bausätze, auch per Versandhandel, und wurde für Deutschland das, was Radio Shack für Amerika war. Die Kataloge beziehungsweise „Jahrbücher“ von Radio RIM enthielten zahlreiche Schaltpläne und Bauanleitungen und waren dadurch – um innerhalb der internationalen Vergleiche zu bleiben – eine Art deutsche Variante von Popular Electronics. 1991 wurde Radio RIM von Conrad Electronic übernommen. Zwei Jahre vorher hatte der langjährige RIM-Abteilungsleiter Erwin Mannhardt zusammen mit Wolfgang Pfleghaar ganz in der Nähe von Radio RIM das MIR gegründet, das – aufgrund der umgedrehten Buchstabenfolge, des ähnlichen Corporate Design, der Produktpalette und der Kompetenz der Verkäufer – von vielen Bastlern als eigentlicher Nachfolger von Radio RIM angesehen wurde. 1995 zog der Laden in die Landwehrstr. 28 um, wo er auf dem Höhepunkt des New Economy Booms 2000 noch einmal vergrößert wurde. Im MIR gab es neben elektronischen Bauteilen auch fast alle Kabel und Adapter – teilweise für 1/10 des Preises der Läden in der Umgebung – und „Beratung“ war kein Euphemismus für das Aufschwätzen überteuerter Ladenhüter (wie in den großen Elektronikmärkten). Nicht nur die Disco Spiegelkugel von Superberti stammt aus dem MIR, auch DJ Mooner wurde beobachtet wie er seltsame große Geräte herausschleppte – zum Musik machen, wie der Fahrradlenkerspieler von Deutsche Asphalt vermutet.

Die teuren Läden gibt es noch, aber das MIR verschwand Ende letzten Jahres ins Internet, wo nur mehr Motoren und Endstufen angeboten werden. Fast ein Beweis, dass die neoklassische Theorie der Preisbildung und der Entwicklung des Kapitalismus nicht ganz stimmen kann.

In der Landwehrstraße 28 befindet sich jetzt ein Laden für Legasthenikerbedarf und/oder Damenhandtaschen

In der Landwehrstraße 28 befindet sich jetzt ein Laden für Legasthenikerbedarf und/oder Damenhandtaschen

51 Antworten auf „Landwehrstr. 28 – Webdenkmal für MIR“

  1. MIR-R.I.P.
    Es war eine Es-Stasi JVC Kopier VHS Station.

    Man kann aber immer noch übers Internet bei MIR tolle Dinge bestellen.

  2. Für jemanden, der nach dem Abitur noch bei Radio RIM jobben durfte, ist das ein ganz großer Jammer. Und für ein Münchner Kindl ist es eine der altehrwürdigen Institutionen Münchens, von denen neuerdings fast täglich eine schließt. Eine Schande!!

  3. War ich geschockt als ich im Dezember 2006 vor dem leeren Laden stand!
    Eine Welt bricht zusammen…
    Wer wird der nächste sein der zu macht?

  4. Der Laden für Legasthenikerbedarf und/oder Damenhandtaschen sieht mittlerweile so aus:
    Legasthenikerbedarf mit neuem Outfit

    Schöne Module eines RIM-Mischpults (davon konnte man nur träumen) im Schaufenster von Hartnagel:
    Miscpultmodule von RIM

  5. Unsere Hochzeitsreise ging nach München. Und in München zum RIM (was ich vorher meiner Frau wohlweislich nicht gesagt hatte). Unser Besuch dauerte fast einen ganzen Tag. Die Laune meiner Frau war dementsprechend, zumal ein Teil des vorgesehenen Besuchsprogramms in München natürlich gestrichen werden musste.

    Noch heute – 35 Jahre danach – kriegt sie einen Wutanfall, wenn sie das Wort „RIM“ hört.

    Für einen Wiener war RIM damals das Paradis. Die Jahrbücher waren in Wien gar nicht so leicht zu kriegen, sie waren heiß geliebte und gehütete Schätze. Das Ende von RIM war so etwas wie ein Weltuntergang.

    Aber so lang unsere Welt noch mit 6,3 V/300 mA erleuchtet wird, ist Hoffnung …

    Liebe Grüße aus Wien
    Peter Lechner

  6. Im tiefen Trauen.
    ich war ab und zu dort. März 2007 gehe ich fast maschinell ins Geschäft rein….und wo bin ich ? Was war passiert ? ich gehe einfach wieder raus, gucke ich mal die Hausnummer. Das war wie im „versteckten Kamera“.: ein schlechter Witz.
    Wir vermissen Euch !
    Liebe Grüße
    Peter

  7. Eben hatte ich die Idee, mal bei Wikipedia nach der Geschichte der sang-und klanglos verschwundenen Firma RIM zu for-schen. Und nun habe ich den Werdegang und das Ende dieses Betriebes erfahren. Da ich jetzt notgedrungenermaßen (aber gut bedient) bei Conrad gelandet bin, würde ich diesem Unternehmen die Übernahme von RIM fast verübeln. Zumal ich auf eine diesbezügliche Anfrage nie eine Antwort bekam.
    Seit Anfang der 1970er Jahre war ich Bestellkunde in Mün-chen, insbesondere von Bausätzen. Die Prazision, mit der bei RIM Bausätze zusammengestelltt und dokumentiert wurden, ist bis heute unerreicht. Mein erstes Gerät war der Oszillograph ROG 7 GLT Es folgten im lauf der Jahre weitere aus den Reihe Messgeräte, Elektroakustik und RIM-Semis ebenso Stereo-Tuner und -Verstärker 3001.
    RIM ist ein erfeulicher Teil meiner eigenen Lebensgeschichte als Bastler und Tonbandamateur. Ein Dank nachträglich gebührt den ehemaligen Mitarbeitern und Inhabern dieser Firma, die an der Entwicklung der Radiotechnik und Electronic
    richtungsweisend beteiligt war
    Heino Merian

  8. KAPLONSKI, das MIR fürs Grobe hat sich nun auch ins Internet verabschiedet. Nur dumm, das jetzt nicht mehr die freundlichen Menschen vor Ort gibt, die ein Toiletten-Spüllkasten-Dingsbums-Teil auch als solches erkennen, einem mitteilen wie es unter Fachleuten genannt wird und einem gleich noch praktische Tipps zum Einbau mit auf den Weg geben.

  9. Während das Ende des MIR gleichzeitig das Ende der Vergangenheit und der Zukunft bedeutet, ist das Ende von Kaplonski das Ende der Gegenwart.

    Im MIR war jede Science-Fiction-Zukunftstechnologie der Vergangenheit gegenwärtig. Kaplonskis Verkaufsraum dagegen war ein ca. 10m³ kleiner Kosmos, an deren Rändern sich die komplette Welt spiegelte. Es gab nichts in der realen Welt, was es nicht auch bei Kaplonski gab.

  10. Schon als Zwölfjähriger blätterte ich Mitte der 80er sehnsüchtig im RIM-Katalog. Irgendwann um Ostern bestellte ich mir dann irgendwas, ich glaube Ätzmittel für 12 DM und ein paar Widerstände oder so, was ich mir halt vom Taschengeld leisten konnte.
    Die freundlichen Damen und Herren von RIM haben mir das dann zugeschickt, mit einem netten Brief, und zwar umsonst! Das war noch aktive Nachwuchsförderung. Ob es sowas heute noch gibt?
    Ah, the memories…

  11. Jou liebe Freunde, ich war grad in Noschtaschie-Laune und habe mit Radio Rim gegoogelt. Schön, dass die Erinnerung an Radio Rim Hochgehalten wird. Dort hatte ich als9jähriger noch mit meiner Mutter zusammen eine Morsetaste gekauft + die nötigen Bauteile für einen Sender. Als Hobbigitarrist fand ich dort dann eine Transistor-Gitarrenfilterkarte mit Q-Filter, die ich, da ich sie schnell brauchte gleich fertig erwarb. Rim war meiner Ansicht nach oft etwas teuerer als Conrad, aber auch gepflegter. Meine Selbstbau-Tongeneratoren, Zähler, und auch der 1chip-Stereoempfänger taten jahrelang ihren Dienst. Schade, dass es den Rim nicht mehr gibt.

  12. Oh ist das schön sowas lesen zu können.

    Manchmal denke ich schon ich bin der letzte dem etwas fehlt, wenn man mal schnell ein Gerät repariert, dafür einen XY-Transistor braucht (und ein paar für die Zukunft noch dazu) und ihn bei Conrad _nicht bekommt_, da nicht bevorratet. Selbst wenn er im Katalog ist. War ich doch neulich bei Conrad und brauchte schnell mal zehn 4700 uF-Elkos 16 V. Hatte Conrad nur zwei… (und über die Preise will ich gar nicht reden).

    Wenn der Bürklin auch noch zu macht wird’s eng…

  13. Tja, jetzt bin ich auch hier.
    Was sollich sagen; ich bin auf der Suche nach einem Selbstbau-Tonstudio und konnte mich erinnern, das von RIM so was mal angeboten wurde.
    Damals unerreichbar für mich Schüler.
    Aber wo war RIM geblieben?
    Dank Onkel Gugel muß ich nun das hier lesen.

    Sind die Leute heute dümmer oder fauler, daß sich so ein Laden nicht mehr lohnt?
    Muß alles gleich auf Knopfdruck funktionieren? Wie, ist egal? Und wenn nicht, wirfts man weg und kauft neu?

    Irgendwie geht uns da was verloren

  14. Ja, die alten Zeiten….
    ich hab während des Studiums nebenbei selbst erst bei Radio RIM und dann bei einem Computerladen in der Landwehrstrasse gejobbt. Der Gang zu RIM war fast immer selbstverständlich, wenn man in München war (und das war eigentlich jeden Tag…..), obwohl ich mich erinnern kann, das es zum Schluß auch viele Wühlkisten gab. MIR war auch immer was besonderes.
    Da ich seit nun bald 10 Jahren nicht mehr im Dunstkreis der heimlichen Hauptstadt wohne, komme ich im Jahr nur noch 1 bis 2 mal nach München. Beim letzten Besuch wollte ich mal wissen, was denn aus der Elektronikmeile geworden ist und war einigermassen geschockt. Es gibt nur noch einen einzigen von damals bekannten Elektronikladen in der Schillerstrasse – aber der hat noch kleine Tütchen mit dem Audfdruck RIM, ein paar Computerläden und sonst nur noch horizontales Gewerbe. Schade.

  15. Wenn ich an RIM denke, überkommt mich schon eine gewisse Trauer. Ich würde mich so über ein paar Fotos vom Laden in der Bayerstr. freuen. Ich habe damals auch Schallplatten gekauft. Es gab da kleine Kabinen mit je einem Plattenspieler und man konnte eine gewisse Anzahl an Platten in die Kabinen nehmen und in aller Ruhe reinhören. In der Auslage Eingang Schillerstr. war immer so ein riesiger Lautsprecher ausgestellt der Tischtennisbälle nach Oben springen ließ. Der Einkauf dort war immer ein Erlebnis.
    Vielleicht gibt es ja doch irgendwo ein paar Bilder von den Verkaufsräumen.

  16. Radio RIM war DIE Anlaufstelle für jeden Fachmann und jeden Bastler.

    Der Niedergang hat sich schon angebahnt als sie vom Gebäude in der Bayerstrassse weggezogen sind .

    Gibts eigentlich irgendwo noch Bilder vom Laden am Hauptbahnhof?

  17. Ich habe früher Anfang / Mitte der 1980er öfters bei RIM Bausätze und Bauteile bestellt. Ich war auch schon mal im Laden in München. Ich fand RIM einfach nur genial. Ich habe viel dort gekauft, vor allem als ich 1981 in der Ausbildung zum Informationselektroniker war. Ich habe RIM sehr nachgetrauert, als ich erfahren hatte, daß es ihn nicht mehr gibt. Keiner konnte mir damals sagen, warum…
    Ich habe jetzt erst hier die Hintergründe erfahren. Schade – das steigert nicht gerade mein Wohlwollen gegenüber der Firma Conrad. Ich habe vor einer Woche bei eBay ein RIM-Jahrbuch von 1982 in bestem Zustand getrödelt. Da kommen echt wehmütige Gefühle in mir auf, aber auch schöne Erinnerungen an die spannenden Zeiten des Bausatzbauens !

  18. Radio Rim verdanke ich viele glückliche Momente meiner Schulzeit. Ebenso auch zahlreiche Träume von nicht machbaren Käufen, da ein Schüler sich doch beschränken musste.
    Es ist absolut traurig, dass solch lehrreiche und schöne Institution nicht mehr existiert.

  19. Gibt’s denn in München und Umgebung gar keinen Elektronik-Gebrauchtteile-Trödler mehr, so wie es die Firma MIR war?

  20. Wie heisst es doch so schön in der Bibel und in einem Song der Puhdys aus den 70ern: „…ein Jegliches hat seine Zeit…“:

    Gerne denke ich noch an meine Ausflüge in den 80er/90er Jahren aus Kiitzbühel/Tirol zurück, von wo ich (oft mit einer kleinen Liste, was ich für Freunde noch mitnehmen sollte) extrig nur zum Bauteilekauf für einen Nachmittag nach München gefahren bin. Denn in Österreich gab es fast nichts. (Funktechnik Seissl ist noch erwähnenswert, das war für Funker auch so ein Mekka; ich weiss aber nicht, ob es hin noch gibt)
    PS: bin über Wikipedia hier gelandet, weil ich die Buchstaben RIM in anderem Zusammenhan gelesen hatte und mich dann gefragt hatte, was aus Radio Rim geworden ist.

    Ich bin über Wikipedia hier gelandet, weil ich die Buchstaben RIM in anderem Zusammenhang gelesen hatte (nämlich ein Artikel auf Heise: „RIM-Chef sagt schwere Zeit voraus“) und mich dann gefragt hatte, was aus Radio Rim geworden ist.

    Wenn wir Bastler in den Himmel kommen, so muss das Paradies ausschaun ;-)

    Viele Grüsse,
    Chris

    http://www.radio101.de

  21. Was bitte ist denn „Legasthenikerbedarf“? Hörbücher? Spellchecker? Bolzenschussgeräte?

    RIM war schon das beste was der deutsche Bausatzmarkt zu bieten hatte, das mit den ätzenden Grabbeltischhallen aus Hirschau zu vergleichen (oder den anderen, bereits ebenfalls abgesoffenen Ramschläden) ist schon ein starkes Stück, liebe Mitkommentatoren. RIM ist schon eher mit „Heathkit“ zu vergleichen, ohne da ganz heran zu reichen. Beide sind aber der leichten Verfügbarkeit von wahnsinnig billigem Pressmüll aus China zum Opfer gefallen und sind damit unter den frühesten Vorboten dessen, was uns allen wohl noch bevorsteht. Was bleibt sind gute Erinnerungen, etwas das der Laden mit dem ‚C‘ (auch bekannt als „Radio Hamwernich“) dereinst kaum für sich behaupten kann.

  22. Hallo,
    tja – Radio-RIM hat auch in meinem Leben als Röhrenbastler eine große Rolle gespielt. Zuerst kam ich etwa 1963 in Form des Katalogs mit RIM’schen Produkten in Berührung – diese Kataloge waren eh die Bau-Fibel/-Bibel schlechthin und mehr als nur eine Übersicht über das RIM’sche Verkaufsangebot. Pläne des Gigant (plus eine Prise Dynacord) ergaben 1964 meinen ersten Instrumentenverstärker. Später kamen noch Nachbauten des Imperator hinzu.
    Als ich 1970 zum Studium nach München zog, gehörte ein Besuch in der Bayerstr. mindestens 3x die Woche zum Pflichtprogramm. Februar 1971 entdeckte ich ein Stellenangebot im Schaufenster in der Bayerstr. und kurz danach werkelte ich in der Hermann-Lingg-Str. in der Fertigung, wo zusätzlich zu den bekannten und hochgelobten Bausätzen jetzt auch Fertiggeräte hergestellt wurden. Hie und da erstellte ich auch Nullerserien-Geräte, Einzelanfertigungen bzw. Geräte für Katalog-Bilder – es war eine schöne Zeit und mein Bastlerherz konnte sich richtig ausleben! Auch privat blieb ich mit Selbstbauten recht aktiv und so kamen die Organisten, Maestros, Musikanten, Herkules, NFK-50, M6S ….usw. usw. . Selbst nach meinem Wegzug aus München blieb ich Radio RIM verbunden und nutzte weiter deren Produkte – der Bezug der fortlaufenden Kataloge verseht sich von selbst. Das letzte Mal war ich Febr. 1989 in München und stellte erstaunt fest, dass die „heiligen Hallen“ in der Bayerstr. nicht mehr existierten – RIM war in die Nähe umgezogen (nach meiner Erinnerung war das die Adolf-Kolping- oder die Schlosserstr.) Dort allerdings gab es meist nur SB-Regale und ich habe mich in Sachen Bauteile nochmal gut bestückt (Vieles davon wartet noch auf den Einsatz).

    Selbst heute als Rentner bin ich meiner Liebe zur Röhre treu geblieben und habe immer noch reichlich RIM-Baugruppen, Trafos, Bauteile, Kataloge etc. im Fundus. Gerade vorhin habe ich noch ein leeres Musikant 100-Gehäuse nur mit den Trafos für die EL503-Version bestückt in Händen gehabt, da ich noch einige Projekte umsetzen möchte. Das ließ die alten Zeiten innerlich nochmal richtig aufleben, mich danach mal im INet wühlen …. und siehe da: es gibt sogar diese nette Seite.

    Ich möchte alle RIM-Anhänger und ehemaligen Mitarbeiter grüßen (besonders die im Verkauf und im Labor, die ich mit Fragen zu meinen damaligen Projekten gelöchert und genervt habe: Danke für Eure Geduld!)

  23. Die Schaltung von alten RIM HIFI Verstärkern ist nahezu identisch mit Vetärkern der Firma RFT aus der Ex-DDR!

    RIM ging fast zeitgleich mit der DDR unter…

    War RIM eine Aussenstelle der DDR?

  24. Liebe RIMerianer,

    als ehemaliger Münchner (jetzt Niederbaiern) war es damals wirklich schrecklich, wie da beim „Conrad“
    sogar noch Originaltüten mit Bauteilen von RIM buchstäblich verramscht wurden. Glücklicherweise bin
    ich noch im Besitz von zwei ORGANISTen, einer davon sogar mir Röhren-Aussteuerungsanzeige. Tja, und
    erst vor ein paar Tagen ist es mir gelungen einen GIGANTen wieder zum Leben zu erwecken (die EL-34
    fehlten). Im MIR war ich damals auch öfter, hab mir da so ein paar RFT-Teile besorgt, der Laden war wun-
    derbar, leider hab ich dann die Verbindung verloren, weil ich kaum noch in die Landwehrstrasse kam.

    Es ist wirklich eine Schande, wie durch dieses neoliberalistische und profitgeile Verhalten nicht nur
    in München (auch hier) buchstäblich ein Kahlschlag betrieben wird.

    Herzliche Grüsse an alle RIM und MIR-Freunde.

  25. Es ist eine Ueberraschung fuer mich , dass RADIO-RIM nicht mehr gibt , ich war fuer eine Weile am Ende der sehzigen Jahre mitarbeietr bei RIM.

  26. Hallo liebe Rim Fan´s,
    wehmütig las ich heute die Zeilen und dachte zurück an die vergangenen Rim Zeiten der 60er,70er und 80er Jahre. Es war das Elektronik Paradies.
    Bei mir begann es 1967, da bekam ich von einem Kollegen(damals im 1.Lehrjahr beim Fernmeldeamt Freiburg),einen Rim Katalog 1965 geschenkt.Dort wurde ich auf die tollen Röhrenverstärker von Rim aufmerksam,die ich mir allerdings nicht leisten konnte,weil ich nur 90 DM im Monat Lehrlingsgehalt hatte.1970 baute ich dann ein Mischpult M6S und war total begeistert.1974 war ich am Chiemsee mit meiner Frau im Urlaub und bin dann das erste mal bei Rim in der Bayerstr.25 gewesen. Ich war schon von den großen Schaufenstern begeistert,denn da waren alle meine Träume drin.Aus dem Laden kam ich den ganzen Tag nicht raus,bis meine Frau sagte, nun ist genug.Da war ich nun entgültig vom Rim Virus infiziert.Ich kaufte was das Zeug hielt.Als ich 5 Jahre später mit meinen Azubi´s nach München zur Lehrabschlußfahrt ging,soffen die sich im Hofbräuhaus den Kragen ab und ich war bei Rim und kaufte mir den Kragen ab.Später im Bus gings mir besser.
    In den 80er Jahren war ich noch einige male bei Rim bis es irgegndwann bergab ging und das Geschäft nicht mehr existierte.2008 war ich beim BR eingeladen und ging dann mal in die Schillerstr. um zu schauen was vom damaligen Elektronik Mekka übrig geblieben ist.Die Enttäuschung war unendlich groß. Die Liebe zur Röhre ist bis heute in mein Rentenalter geblieben und ab und zu ersteigere ich bei Ebay den einen oder anderen Röhrenverst. wie Maestro,Tonmeister oder Regiemaster den ich mir in jungen Jahren nicht leisten konnte.Zur Zeit restauriere ich einen 2.Regiemaster und bin vom Klang überwältigt.Es macht mir viel Spass in der Rente an das Röhrenzeitalter zurück zu denken und ersteigere auch machen alten Rim Katalog aus den 50ern.
    Viele Grüße von eurem Rimeaner Werner

  27. Auch in Kln haben die Hirschauer einen Kahlschlag hinterlassen.
    Man darf aber auch nicht bersehen, dass sich die Interessen der Jugend gewandelt haben. Und fr meinen persnlichen Geschmack war die Rhrentechnik auch viel spannender als der Halbleiterkram.
    Gru
    Hans

  28. „Das MIR war eine Art illegitimer Nachfolger und gleichzeitig einziger würdiger Thronerbe von Radio RIM. Dieser in der Bayerstraße 25 ansässige Laden war der Geburtsort von Münchens Elektronikmeile.“

    Zum Thema Legastheniker: So schlechten Quelltext htt’s beim RIM nicht gegeben. Bitte mal Headerangaben (zumindest zum Zeichensatz) richtig setzen, wenn man Unicode-Text verwenden will …

  29. Bei jedem Münchenbesuch in den 70er und 80er Jahren war ein Besuch bei RIM (und später auch MIR) sozusagen obligatorisch. Leider konnte man den Niedergang ab etwa Mitte der 80er schon erahnen. Von Service, Sortiment und Kompetenz des Personals konnte sich der blaue Claus nicht nur eine Scheibe abschneiden. Den Laden im Tal (Anfangs noch in der Schillerstr.) meide ich auch heute weitgehend.

    Schade, dass auch MIR inzwischen Geschichte ist, so manche Tüte voller Bauteile habe ich von dort nach Hause getragen. Einige davon sind noch heute im Einsatz.

    They will never come back! Aber wie schon geschrieben wurde, alles hat seine Zeit.

    wehmütige Grüße vom Bazi

  30. Ich kenne Radio RIM noch aus der Zeit der OC und AC- Transistoren. Die Bausätze waren in jeder Hinsicht Spitzenklasse. Die Bauanleitungen äußerst präzise. Wenn man so manch eine Anleitung von heute sieht … was soll ich sagen … in erster Linie wird man darauf aufmerksam gemacht wie dieser
    entsorgt werden soll ….

  31. ,,Entsorgt werden soll“— Genau! Ist ja auch wichtig, den Schrott wieder loszuwerden. Die Zeiten der diskreten Technologie sind leider vorbei. Man kann sich buchstäblich nichts mehr kaufen, das wesentlich länger hält, als auf der Garantievereinbarung steht. Leider kann man den Lötkolben nicht mehr schwingen, man holt sich irgendwas, das zeitnah einfach zerbröselt. Ersatz findet man nur noch was in noch schlechterer Qualität. Im RIM liefen die Götter der Elektronik herum, ständig belagert von hoffnungsvollen Seelen, die sich etwas schaffen wollten das so gut wie ewig halten sollte, und meist auch tat. In den 70ern holte ich mir dort viele Anregungen für Projekte, die man heute noch benutzen kann. (HiFi-Anlage, Mixer, Lichtorgel usw.) Ich suche heute eine Füllstandsanzeige für meine PC-Wasserkühlung. Kriege ich die irgendwo? Nein Nada Niente. Die Jungs von RIM fehlen mir sehr………..

  32. Liebe RIM-Freunde,

    das oben genannte ist der Grund, dass ich seit 2003 alles zusammentrage, was RIM an Geräten und Unterlagen angeboten und herausgegeben hat. Ich bin dabei in Kontakt mit ehemaligen RIM-Mitarbeitern gekommen (hallo, Claus-Michael), die mir Vieles erzählen konnten. Ich habe auch Herrn Wirsum angeschrieben, leider ist er gesundheitlich nicht mehr in der Lage, seine Erinnerungen zu schildern. Wenn jemand wüsste, wie ich Herrn Mannhardt erreichen könnte (mit dem hatte ich 2003 Kontakt, jedoch unter der Mailadresse MIR-Elektronik) – vielleicht gäbe der ein „Interview“. Und Salzburg (mein Wohnort) ist von München nicht weit ………

  33. Hallo RIM – Freunde … RIM war auch für mich viele Jahre der Innbegriff für „Technik“ , die man dann auch SELBST zusammenbauen konnte …
    Meine hier gestellte Anfrage – mit der Bitte um weitere Informationen – betrifft eine RIM-Schaltung mit der Bausatz-Bestell-Nr.01-10-092. , das ist ein Austeuerungsmesser-stereo für ein VU-Meter und wird von mir in einem RIAA-Vorverstärker mit Stereo-VU-Metern verwendet.
    Von diesem Austeuerungsmesser besitze ich nur eine sehr verblasste Kopie aus einem RIM-Jahrbuch ?-Seite 30 mit Bestückungs- und Schaltplan mit Frequenzverlauf-Kurve.
    Vielen Dank für ggf. vorhandene Infos.
    Mit freundlichem Gruß
    Heinz Enderl

  34. Sehr geehrter Herr Enderl,
    gerne bin ich beim Schaltplan behilflich. Ich gehe davon aus, dass Sie den AM 2 S meinen. Die Frage ist nur, wie kann ich Ihnen den Plan zukommen lassen?

    Mfg Florian

  35. Radio RIM – das war für mich Inspiration, und auch heute stehen sehr viele Grundlagen für analoge Verstärkertechnik mit RIM im Zusammenhang. Schön ist auch (im Nachhinein) zu sehen, welche Verbindungen bestanden (Siegfried Wirsum – RIM – Elo/Funkschau/Franzis Verlag), dann aber auch bekannte Schaltungskonzepte wiederverwendet wurden, die man bei großen Herstellern wieder findet. Durch die Jahrbücher habe ich sehr viel gelernt – dafür bin ich heute noch dankbar!

  36. Wer hat noch einen Bestand von einem Rim Herkules 150TR Röhrenverstärker zum Verkauf,
    ich selbst bin Fernsehtechniker-Meister und habe die Zeiten von Anfang-70 auch bis heute verfolgt.
    Hätte große Interesse an diesem Verstärker auch defekt! Könnte auch Trafos wickeln lassen!!
    06166/920617

  37. Mein Einstieg in die Elektronik begann mit einem geschenkten Jahrbuch 1969, das ich Seite für Seite förmlich „gefressen“ habe. In den Folgejahren habe ich fast jede Mark meines bescheidenen Taschengeldes bei RIM in Teile oder kleine Bausätze investiert und viel aus den Jahrbüchern gelernt und erfahren. Habe bei RIM die erste 2.1 Stereoanlage (Sony?) gehört und zum ersten Mal eine Altec-Lansing A-5X gesehen, heute stehen zwei davon mit Holzhörnern und Altec Subwoofer in meinem Hobbykeller. RIM, Bürklin, Conrad, Elektro Egger Pasing, MIR, Hartnagel, die Firmenvertretungen von Heathkit, RCA, Motorola u. a. waren Anlaufstellen für einen neugierigen Buben, der geduldigen Menschen Löcher in den Bauch fragte über Dinge, die er sich niemals leisten konnte. Wehmütige Erinnerungen an vergangene Zeiten mit Funkschau (aus der Stadtbücherei), Elektor, Elrad, Ersa Multitip 25 und Brandblasen vom Löten…

  38. Als der RIM in der Bayerstraße geschlossen war stand noch ein Tage lang eine Plastikbox
    mit übrigen Röhren vor der Tür, aus der sich jeder umsonst bedienen konnte. (heute sicherlich sehr teuer zu ersteigernde Röhren…)
    Keiner hat sich jedoch dafür interessiert. Schade.

  39. Jetzt hat der Hartnagel sein Geschäft in der Schillerstrasse auch noch zu gemacht… Mein ehemaliges Lieblingsviertel ist tot.

  40. Der „Hartnagel“, der in den letzten Jahren nie Hartnagel hieß, ist jetzt in die Implerstrasse umgezogen. Leider ein Trauerspiel. Die Verkaufsfläche ist, ich schätze, ein Drittel der alten. Daher ist das Sortiment auch sehr eingeschränkt. Man muss jetzt den Besitzer immer fragen, wo diese und jenes ist. Irgendwo in den Umzugskisten findet sich die gewünschtne Teile. Aber alles in allem ist die Schillerstrasse jetzt mit dem Hartnagel-Umzug zu 100% tot. Das Virtel ist komplett gekippt.

  41. Vorbelastet war ich durch meinen Vater: diverse RIM-Kataloge und Bastelbücher lagerten an allen Stellen im Haus. Irgendwann als 10-jähriger stand ich dann in der RIM-Passage mit den großen Schaufenstern und bestaunte die Elektronik-Klitzerwelt. Besonders hatte es mir ein grün-gelb-rotes LED-Dings angetan. Ein VU-Meter, aber das wusste ich damals noch nicht. Ich kann mich auch noch an eine Debüt-Whitney Houston-LP gegenüber erinnern. Oben in den heiligen Hallen habe ich dann nicht schlecht gestaunt, als da ganze Einkaufswagen voll mit Elkos und Trafos herumstanden für 1,50DM! Heute würde man dafür in einem Geschäft mit dem großen „C“ 30,- Euro zahlen. Auch legendär waren die gefühlt 10 Meter langen Regalreichen mit den Widerstände zur Selbstbedienung! Gegenüber residierte ein Verkäufer namens Rudi. Ich merkte sogleich, dass er hier der allwissende Oberguru war, weil er scheinbar jedes Teil beim Namen kannte und soverän kleine Papier-Rechnungen ausstellte, die vorne an der Kasse zusammen addiert wurden. Auf jeden Fall war ich von da an weg von der Strasse und meine weitere Entwicklung vorgezeichnet.

  42. Radio Rim, da kommen nostalgische Gedanken auf. Ích mußte 1962 mit 17 Jahren wegen eines Unfalles die Mittelschule aufgeben und suchte eine Lehrstelle. Ich war schon als Kind ein Radiobastler und habe mich bei Radio Rim um eine Lehrstelle beworben. Der Meister der Werkstatt nahm mich nicht mit der Begründung: “ Du bist mit 17 zu alt als Lehrling. Dir kann i net a mal a Watsch gem, wennst an Fehler machst.“ Damals waren die Lehrlinge gerade mal 14 Jahre alt. Das waren noch Zeiten. Was habe ich nur an Taschengeld bei Radio Rim gelassen. Vor allem dann als Funkamateur ist das meiste Geld beim Radio Rim für Selbstbaugeräte verschwunden. Das glaube ich, nennt man Nostalgie. Wie Ralf so schön schrieb: wir waren weg von der Straße. Radio Rim hat viel jugendlichen Überschwang, vor allem bei den Buben, gebunden. Was aber viel wichtiger für so Jungs wie mich war, es gab Verkäufer, denen man ein Loch in den Bauch fragen durfte. Die Betonung lag auf „durfte“. Man fühlte sich als jugendlicher Bastler wirklich ernst genommen. War eine schöne Zeit im Nachhinein.

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