Regen im Senegal – im Januar

So, liebe Leute, bin also wieder im Senegal, diesmal nur auf Urlaub und besuche Freunde und Bekannte. Um es gleich zu sagen, meine Ankunft in Dakar war irgendwie auch wie „Heim kommen“.

Meine Reise fing schon recht lustig an. Im Flug von München nach Paris sass ein Afrikaner neben mir. Wir kamen gleich ins Gespräch und es stellte sich heraus, dass Roch (so sein Name) in Abidjan (Elfenbeinküste) geboren wurde und seit 10 Jahren in München wohnt. Er hatte Jura und Politik studiert und wollte eigentlich in den diplomatischen Dienst eintreten. Aber nach dem Studium bekam er eine kleine Sinnkrise und er entschied sich sein Hobby zum Beruf zu machen. Er wurde zum resident DJ im Ultraschall in München, der auch in ganz Europa auflegt. Eben war er auf dem Weg nach Paris, um dort am Samstag abend in einer Disko aufzulegen. Wir haben viel gelacht und über unsere Eindrücke über Europa und Afrika geratscht. Wenn ich wieder in München bin, werde ich mit ihm Kontakt aufnehmen.

In Paris schlenderte ich dann zu meinem Flugsteig und war eigentlich schon im Senegal: Männer im Boubou (traditioneller Umhang) und Wollmützchen sowie Frauen in farbenfrohen Gewändern. Und dort traf ich dann auch Erfath, eine Amerikanerin, die in der Kaolack Gegend arbeitet. Natürlich war das Hallo gross und es wurden die neuesten Gerüchte ausgetauscht.

Wie es sich für einen Afrikaflug gehört, hatten wir eineinhalb Stunden Verspätung. Irgendwas war kaputt gewesen und die Techniker hatten noch am Flugzeug rumgefummelt. Aber irgendwann ging es dann doch los. In Dakar angekommen schlug uns gleich die feuchte Wärme beim Aussteigen ins Gesicht und es war alles so wie immer. Ich wurde von Craig und Jeremie und Amy vom Flughafen abgeholt und bis es dann endlich Schlafenszeit war, verging auch noch eine ganze Weile.

Das Wochenende in Dakar verlief ruhig und gemütlich am Tage bzw. mit gutem Essen und Kneipenbesuchen bis in die späte Nacht. Was mir lustig anmutet ist die Weihnachtsdekoration in Dakars Innenstadt. Bei 30 Grad Celsius kommen einfach keine Weihnachtsgefühle bei mir auf, nicht einmal an Heilig Drei König.

Am Montag schaute ich dann in meinem alten Büro vorbei. Natürlich auch hier grosse Freude bei allen. Und Erstaunen bei meinem Ex-Chef, der sich gleich wieder in sein Büro verzog, zum Glück. Mit den anderen wurden die üblichen Begrüssungen ausgetauscht: Wie gehts dir und der Familie, Ich hoffe alle sind gesund, lange nicht mehr gesehen. Grüsse an Bruder und Mutter und Freunde und alle Familienangehörigen wurden mir entgegen gebracht. Und zu Mittag gabs dann wieder ein leckeres Thieb bu Thienn (Fisch mit Reis) und danach den guten, alten ataya (stark gesüsster Tee).

Am Dienstag machte ich mich nach Thies auf, um dort einige Amis zu besuchen, die dort ein Training haben. Da ich Thies nur vom durchfahren kenne, nahm ich gleich die Gelegenheit wahr, mir die Stadt anzusehen. Thies hat etwa die Grösse von Kaolack, ist Wirtschaftszentrum und wichtige Bahnstation auf der Strecke Dakar-Bamako. Sehr interessant ist dort die Wandteppichfabrik. Anhand von Vorlagen senegalesischer Künstler werden grosse Wandteppiche gewoben, die man natürlich auch kaufen könnte. Die Motive sind aus dem Alltag und mit sehr schönen Farben gewoben. Leider hab ich keinen Blitz und es gibt auch keine Postkarten, so dass ihr euch die Teppiche selber mal ansehen müsst. Neben der Teppichfabrik gibt es auch so eine Art Stadtmuseum, mit der Stadtgeschichte und schönen Hinterglasbildern. Das ist dann auch schon alles, was Thies kulturell zu bieten hat. Immerhin mehr als Kaolack, dass zwar 4 Kinos hat, aber keine Museum.

Tja, und seit Mitwoch Früh regnet es!!!! Im Januar und Februar kann es zwar den vereinzelten Tropfen geben, dass es aber etwa 30 Stunden durch regnet, ein richtiger Schnürlregen, das ist dann doch aussergewöhnlich. Und darauf war ich nicht vorbereitet. Denn im Gegensatz zur Regenzeit ist es jetzt mit 15 Grad schon recht kalt und ich hab nur einen dicken Pullover dabei, eigentlich für die Heimreise. Da es auch den Senegalesen zu kalt ist, ist kein Mensch auf der Strasse und das gibt ein ziemlich bizarres Bild. Wo es sonst doch nur so wimmelt von Menschen und Kindern. Die Strassen stehen wie gewohnt unter Wasser und Schlamm macht sich breit. Der Unterschied ist nur die Temperatur.

Heute bin ich bei Dauerregen von Thies nach Kaolack, wo ich in meinem alten Haus bin und meinen Freund und Hausmeister Lamine wieder traf. Morgen werd ich nach Gambia weiterfahren, um dort die anderen Deutschen zu besuchen.

So, nun noch schöne Grüsse aus dem verregneten Senegal ins wohl kalte München. Ich komm mir vor, wie in einem verregneten Italien-Sommerurlaub!

MARCUS „MUSTI“

2 Antworten auf „Regen im Senegal – im Januar“

  1. LE SÉNÉGAL, CETTE POUDRIÈRE POLITIQUE!

    Depuis de nombreuses années, le Sénégal sombre dans le chaos et devient de plus en plus une poudriére politique.

    Aujourd’hui comme hier, il est difficile d’être un homme libre au Sénégal. Beaucoup de mouvements politiques ou civiles font état des arrestations arbitraires et violentes, des procès irréguliers, des violations répétées de la norme interne et de l’ensemble des instruments politiques et juriques de notre pays.

    Les partis politiques d’opposition et leur membres élus à l´assemblée poursuivis et déchus de leurs droits fondamentaux.

    Les autorités politiques font pression sur les avocats qui rencontrent des obstacles difficiles à surmonter la mise en oeuvre des droits de la défense.

    Face à cette situation, des hommes et des femmes se battent chaque jour pour préserver ce qui leur reste de liberté et de dignité.

    Les règles de procédure judiciaire, fondement même de la démocratie, sont violées:

    l’Ordre des Avocats n’est plus l’institution qui devrait protéger, mais organe du pouvoir pour sanctionner la liberté de parole; les magistrats ne bénéficient plus du principe de l’inamovibilité inscrit dans la Constitution;

    la violence,les dètournements de fonds publiques, le népotisme le chantage, les menaces policières sont la loi quotidienne pour ce peuple spolié;
    Quel avenir pour notre pays?

    L’acharnement du pouvoir s’amplifie chaque jour !
    Les autorités judiciaires sous la pression de l´état font comparaitre depuis des annèes des personnes innocentes et maintenant un homme qui pouvait changer notre pays en la personne de Idrissa Seck.

    Compte tenu de la chaleur et dans l’impossibilité de se mouvoir, ces conditions constituent une violation de la norme internationale des droits de l´homme.

    Son arrestation avait été expressément ordonnée par Ie président Wade qui a donné des instructions précises en ce sens.

    La section civile et stratégique des Sénégalais de l´Allemagne au non de son porte parole Faly Wilane demande la libération immédiate de tous les détenus politiques innocents.

    Une convention judiciaire doit pouvoir être mise en place qui doit veiller vis aux droits de tous les citoyens, ce qui n’est pas le cas.

    Compte tenu de tous ses facteurs, notre pays est actuellement devenu une poudrière politique qui peut s´exploser á tout moment. L´avenir est noir et les Sénégalais ne sont plus libres pour décider de leur sort.

    Göttingen 20.07.05

    Mr Faly Wilane

    Email:falywilane@web.de

  2. Mr Wilane
    Je suis tres d`accord avec ce constat que vous avez fait concernant notre chers pays Le Senegal.En fait nous partageons les memes idees et ces le cas de pas mal de senegalais se trouvant dans le monde.cela dit comme vous l`avez evoque en fin de paragrafe des lendemains incertains pour notre pays,c`ést laraison pourlaquelle je salue bien cette initiative et encourage des actions de ce genre afin d`eviter le pire,car un probleme expose est a moitie resolu.ET Vous Mr
    Wilane vous merite d`etre eleve haut chevalier de l`ordre national du merite.

    danke schon, tchuuss

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