Toulouse or not to loose

musti am 12. August 2008.
Kategorien: Musti in Frankreich 2008.

So, nun bin ich also eine Woche in Toulouse. Und wie immer auf Reisen, so bemerkt man zu erst natürlich die Unterschiede, lächelt drüber oder findet sie interessant. Und hier bekomme ich auch Einblick in das französische Arbeitsleben.


Zur Zeit, Anfang August, kann man jedoch schlecht von Arbeitsleben reden, denn (fast) ganz Frankreich macht Urlaub. Immer wieder höre ich, wir müssten mit diesem reden, aber der hat Urlaub, oder der Kunde kommt er an jenem Tag wieder zurück. Der rentré, also der Wiederbeginn der Arbeit, der Schule, der Uni, ist erst in der ersten Septemberwoche. Bis dahin funktioniert hier so gut wie gar nix.
Da wir unser Büro ganz neu bezogen haben, haben wir auch noch keinen Internetzugang. Zum einen ist die Telecom France ebenfalls wegen Urlaub geschlossen, zum anderen hat die Telecom France einen genauso guten Ruf wie die Deutsche Telekom. Was das heißt, könnt ihr euch selber ausmalen. Es ist erstaunlich, wie oft man Internet und Email bräuchte, wenn man keinen Zugang hat. Probiert doch mal einfach einen Arbeitstag ohne damit auszukommen. Du meinst, Du wohnst hinterm Mond.
Das Büro von MHH France besteht aus Eric, dem président von MHH France, aus unserer Sektretärin Laurence und mir. Hier in Frankreich muß man die Büroöffnungszeiten (z.B. 8.30 -12.00 und 13.00 – 17.30) öffentlich im Büro aushängen. Und der Arbeitnehmer kann wählen, ob er 35 Stunden pro Woche mit 5 Wochen Urlaub oder 39 Stunden die Woche mit 7 Wochen Urlaub arbeiten möchte. Wenn man dann noch das gute Dutzend Feiertage mitzählt und die gelegentlichen Streiks, dann merkt man schnell, dass hier nicht allzu viel gearbeitet werden kann.

Bisher fahre ich mit dem Bus ins Büro. Direkt an meinem Hotel ist die Endhaltestelle und der Bus bringt mich in ca. 25 Min fast direkt vors Büro. Jeden Morgen findet ein sehr nettes Schauspiel statt. An der Endhaltestelle macht der Busfahrer in seinem Kabuff eine kleine Brotzeit, die Fahrgäste warten bereist im Bus. Wenn der Fahrer dann kommt, betritt er mit einem fröhlichen „Messieurs, Dames, bonjour“ den Bus, worauf ihm ein „Bonjour Monsieur“ entgegenschallt. Und beim Aussteigen sagt man artig „Merci, au revoir“. Mir gefällts.

Vergangenen Samstag bin ich durch Toulouse gewandert. Ich war ja schon mal zum Jahreswechsel 2005/2006 für ein paar Tage hier. Natürlich ist es ein großer Unterschied, ob man im Winter, bei Nieselregen und 10°C, oder im Sommer bei 35°C und Sonnenschein durch die Stadt wandert. Ich habe einige sehr nette Plätze entdeckt, bin am Fluß Garonne entlang gewandert und hab im Schatten des „jardin des plantes“ (Botanischer Garten) und in der Nähe vieler schöner Blumen gemütlich ein Buch gelesen. Schockiert war ich hingegen von den Eispreisen: eine Kugel Eis kostet 2,20 €, zwei Kugeln kosten 3,70 €. Und die Kugeln sind auch nicht größer als in München. Oder wollen die bloß die Touristen abzocken? Allgemein finde ich, dass das Essen hier recht teuer ist. Mittagessen bei Leclerc (eine riesige Supermarktkette), da kostet das couscous poulet 7,30€. Pizza bei der Pizzaria ums Eck vom Büro nicht unter 10€. Zugegeben, die Pizza war gut und groß, aber 12€ für meine Pizza chevrette (mit Ziegenkäse und Honig), das ist zum Mittagessen nicht geschenkt!

Am Sonntag hab ich dann ein deutsches Ehepaar in Foix besucht. Alex und Ulrike habe ich in Gambia kennengelernt, wo sie ebenfalls für den DED gearbeitet haben. Mit ihren Söhnen Florian (6) und Simon (3) sind wir über Tarascon-sur-Ariège in das Tal von Aston. Ringsum die Berge der Pyrenäen (um die 1800m hoch), Grasbuckel, die jedoch auf der Nordseite ziemlich felsig aussehen. Nach einer kleinen Wanderung, wo wir Pferde gesehen haben, machten wir an einem Seitenarm des Aston ein Picknick. Danach haben wir im Fluß gebadet (ziemlich kühles Bergwasser), Staudämme gebaut und in der Sonne gelegen. Mit Alex hab ich fest ausgemacht, dass wir eine schöne Bergtour machen werden. Bei ihnen daheim gab’s dann noch ein Abendessen, einen Pastis und ein Glaserl Wein auf der Terrasse. Am späteren Abend ging es dann mit dem Zug zurück nach Toulouse. Ein herrlicher Sonntag.

Bisher 2 Kommentare.

Andi

Kommentar on August 12th, 2008.

Hallo Musti,
Das klingt ja erstmal klasse, da drunnt in Südfrankreisch! Mein Neid verfolgt Dich! Möchte auch mal wieder in Frankreich arbeiten :-)
Jedenfalls habe eine schöne Zeit dort und schreib recht fleißig!
Viel Erfolg!

Andi

Georg

Kommentar on August 17th, 2008.

Servus Musti,
das ist immer wieder super daß Du uns so toll am laufenden hältst – An der Arbeit scheinst du dort ja nicht zu sterben – also pass auf daß Du nicht in den Pyrenäen abstürzt.

Leave a comment

Comments can contain some xhtml. Names and emails are required (emails aren't displayed), url's are optional.