Was ich in München schon lange nicht mehr gemacht habe !

1. Am Ostersamstag in die Kirche gehen
Obwohl nur etwa 5% bis 10% Christen, hauptsächlich Katholiken, im Sénégal leben, sind auch die christlichen Feiertage offizielle Staatsfeiertage, neben den islamischen Feiertagen. Sehr praktisch ! Und die werden auch ganz gehörig gefeiert bzw. so begangen, wie sich das gehört. Leider habe ich am Karfreitag die Kreuzigung Jesu vor der Kathedrale von Dakar verpasst. Aber den Berichten und den Bildern in der Zeitung zufolge muss es ein imposantes Schauspiel gewesen sein. Mit etwa 1000 Zuschauern, wobei einige
zusammengebrochen sein sollen und in hysterisches Gekreische verfallen sind. Sagt man. Jesus hat natürlich einen etwas dunkleren Teint, als man das von uns her kennt. Aber am Ostersamstag war ich dann mit Markus Neubauer, dem Diplomanden hier, im Abendgottesdienst. Wir waren so gegen 21.30 Uhr da und umara 22 Uhr begann das Osterspiel neben der Kathedrale, mit Römern, leerem Grab und weinenden Frauen. Recht gut inszeniert. (Na, kennt ihr die ganze Ostergeschichte noch ?) Dann ging die ganze Gemeinde, etwa 2000 Leute, in die Kathedrale, wo das Osterspiel weiterging mit den Jüngern, denen Jesus erscheint, dem
ungläubigen Thomas usw. Zuvor warteten wir noch ein bisschen, bis die Kirche voll war. Um diese Pause zu füllen, spielte die Blaskapelle irgendeinen Marsch von Tschaikowski (oder irgendwem ähnlichen). Na jedenfalls mussten Markus und ich sehr grinsen, weil wir so ein Stück nie und nimmer in der Kirche erwartet hätten. Nach dem Osterspiel folgte die Osterliturgie und diverses Gesänge mit und ohne Chor (war nicht schlecht). Der klassische Liederstil, aber ohne Orgel, dafür mit Blaskapelle und etwas lebhafter als bei uns. Nur hatte der Klarinettist leider vergessen sein Instrument zu stimmen, so dass er immer 3 Halbtöne daneben lag, kein wirklicher Kunstgenuss ! Im Anschluss daran wurden ein gutes Dutzend Leute getauft, Kopf über das Taufbecken und dann drüber mit dem heiligen Wasser ! und der nächste Bitte! Dann kam endlich die Zeremonie des Abendmahles. Hier gab es endlich die von uns ersehnten Gesänge mit Djembe (=eine Art Trommel). Da gehts dann endlich ab in der Kirche, nicht so eine Grabesstimmung, wie ich das von München her kenne. Und kaum war es viertel vor Eins am Morgen, war der Gottesdienst auch schon vorbei. Drei geschlagenen Stunden !! Ich hab so das Gefühl, in Afrika lassen sie gerne einiges schleifen, aber wenn sie dann mal was anpacken, dann richtig und dann kennen sie keinen Gnade ! Das gilt leider auch für die vielen Konflikte in Afrika !

2. Am Sonntag ins Fussballstadion
Am Vormittag war ich bei meinem Chef eingladen, um mit ihm seiner Familie und seinen Freunden aus Berlin, die gerade Urlaub im Sénégal machten, Ostern zu feiern. Natürlich auch mit Ostereiersuchen im Garten. Nur die Schokoladeneier sollte man sehr schnell essen oder in den Kühlschrank legen. Bei 28°C ist das äusserst ratsam! Am Nachmittag sind wir dann ins grosse Stadion von Dakar, Qualifikation zur WM 2002 : Sénégal gegen Bénin (Ergebnis 1-0). Das Stadion fasst etwa 50.000 Zuschauer und besteht rundrum nur aus Steinstufen, auf die man sich dann hinsetzt. Entweder direkt auf den Beton oder man bringt einen Teppich mit. Wir hatten uns Karten auf der überdachten Haupttribüne gekauft, der Sonne wegen, und dafür 1500 CFA bezahlt (etwa 4,50 DM). Um die Relation klar zu stellen, ein Brochette kostet etwa 500 CFA (das ist ein Sandwich mit Grillfleisch, sehr beliebt, weil gut und billig); oder für 1500 CFA bekommt man in einem normalen senegalesischen Restaurant ein reichhaltiges Abendessen. Das Stadion war etwa ¾ voll und die meisten Sénégalesen hatten ein Transistorradio dabei, um das gleiche Spiel live im Radio mitzuverfolgen. Fahnen wurden geschwenkt, Getränkeverkäufer gingen durch die Reihen und eine Musikgruppe sorgte für Lärm. Aber ansonsten war die Stimmung entspannt, ja fast schon gelangweilt. Der Gegner wurde beim Hereinkommen beklatscht und nicht, wie so oft in Europa, ausgepfiffen. Das Spiel selber war nicht so toll : viele Fehlpässe, kaum gelungene Einzelaktionen ; im allgemeinen ein rechtes Rumgestochere. Interessanterweise lief das Spiel hauptsächlich vor der Haupttribühne ab, auch nach dem Seitenwechsel. Klar, man muss den Honorationen schon was zeigen. Was nur, so stellte ich mir die Frage, angesichts der Hilflosigkeit beider Mannschaften. Da Stürmer UND Torhüter nicht grossartig waren, wusste ich nicht, ob ich viele oder keine Tore erwarten sollte. Als endlich das Tor für Sénégal fiel, war der Jubel gross kurzzeitig. Immer wieder flehten die Zuschauer den Trainer an, er solle doch endlich diesen oder jenen Spieler bringen, das war recht lustig anzusehen. Als das Spiel vorbei war, gab es ein riesiges Gedränge und Geschubse und man musste aufpassen, dass man nicht die Treppe runterfiel. Nach dem Spiel gab es keine Gesänge oder Geschrei mehr, alle gingen einfach ganz normal nach Hause. War halt doch kein grossartiges Spiel !

Eine Antwort auf „Was ich in München schon lange nicht mehr gemacht habe !“

  1. the Supreme Court ruling itself was a big deal for me personally, since my livelihood and a large part of my current living time is dedicated to implementing the provisions of the ACA in a not-for-profit health insurance company that has been pushing for these reforms in CA for over 10 years.i would say that the Intended Consequence was not so much determining the constitutionality of the ACA as much as it was preserving the ACA while affirming that the individual mandate is in fact a tax. Which can easily be repealed someday by Congress and a different President.Genius.

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