Weisser Strand und schwarze Berge

Oder: Schiessereien im Grenzgebiet von Haut-Garonne und Aude! 3 Tote (Wildschweine)!

Im Buero geht es voran, wir telefonieren mit potentiellen Kunden, schreiben taeglich viele Angebote, es kommen Bestellungen rein und unsere Kollegen in Tuebingen liefern aus. Denn noch haben wir kein eigenes Lager in Toulouse.
Was uns jedoch Sorgen bereitet, ist die „informatique“, der ganze Computerkram. Seit gut 4 Wochen macht eine hiesige Firma daran rum, die Verbindung mit dem Server in Tuebingen herzustellen. Unsere IT-Kollegen in Tuebingen verzweifeln an dem Halbwissen der Firma, und mein Kollege Eric ist auch dem Wahnsinn nahe. Heut ging dann mal zur Abwechslung mal wieder das Emailen nicht. In der heutigen Zeit der glatte Wahnsinn.

Letzte Woche haben Eric und ich eine Dienstreise an die Cote d’Azur gemacht. Jaja, ich hoer schon euren Neid! Zuerst haben wir in Aix-en-Provence, eine nette Altstadt, zum Mittagessen mit einem moeglichen neuen Mitarbeiter getroffen. Ich kenne den schon als Kunden und er moechte sich neu orientieren. Das waere ein Gluecksfall, denn er kennt den Markt und die Technik schon und braucht nicht mehr allzuviel Schulung. Das Restaurant war gut und teuer und waehrend Eric sich mit dem Herrn unterhielt, hab ich mich geistig ausgeklingt, mein Gehirn entspannt und den huebschen Frauen hinterhergeschaut. .
Danach sind wir weiter in die Naehe von Cannes, den naechsten Kunden treffen. Gespraeche ueber Markt und Technik, Fachgespraeche mit dem Techniker ueber die Vorteile der Fronius-Wechselrichter. Das alles noch um 19 Uhr, nach mehr als 5 Stunden Fahrt und auf Franzoesisch, ich war sichtlich fertig. Danach gings noch mit dem Kunden in die Stadt Antibes an die Kueste, wo wir in einem netten Lokal recht lecker gegessen haben. Nachts um 23.30 Uhr wars im T-Shirt noch zu warm. Die Gegend zwischen Cannes und Nizza ist bekannt dafuer, dass dort nur die Reichen leben. Protzige Villen, dicke Autos und Yachten, so gross wie Schlachtschiffe sind ein Zeichen. Am meisten haben wir jedoch gelacht, als wir in Antibes eine Tankstelle sahen, an der das Benzin mehr kostet als wie auf der Autobahn! Vor kurzem hab ich im Fernsehen einen Bericht ueber Nizza gesehen und ueber den alltaeglichen Stau auf der Kuestenstrasse (1 Std. fuer 7 km). Die Reichen umgehen das mit Helikoptertaxis zwischen Nizza und Cannes fuer nur 800 Euro bei 20 Minuten Flugdauer.

Diese Tage habe ich Besuch von Guillaume, einem Spezl aus dem Elsass. Einen Tag waren wir in der Naehe von Castres, in den schwarzen Bergen auf einer netten Wanderung. Eine nette Wanderung am See von St. Feereol entlang, der den Canal du Midi speist, durch Waelder und ueber Felder. Beim Mittagspicknick passierten uns dann 10-12 Autos, nur mit aelteren Maennern besetzt und Hunde auf dem Ruecksitz: Ja, die Jagdsaison hat hier angefangen. Der Wanderer kann sich seines Lebens nicht mehr sicher sein, denn es wird auf alles geschossen, was sich bewegt. Und damit sich die Jaeger nicht gegenseitig ueber den Haufen schiessen, tragen sie alle orangene Warnwesten. Wir konnten uns dann im Gespraech mit einigen Jaegern davon ueberzeugen, dass die Jagd recht gemuetlich verlaeuft. Waehrend die Hunde durch den Wald jagen und die Wildschweine aufstoebern, sitzen die Herren Jaeger gemuetlich am Waldrand in der Sonne, rauchen, trinken und ruhen sich aus. Und warten, bis ihnen was vor die Flinte laeuft. Genauso aufregend wie Angeln auf dem Trockenen, finde ich. Am Wochenende haben Jaeger in den Pyrenaeen einen Baeren mit Namen Balu angeschossen. Haben wohl ein Wildschwein in ihm gesehen. Der Baer ist anscheinend wohlauf, aber ziemlich verstoert.
Die Farben werden herbstlicher, die Felder von Mais, Sorghum und den Sonnenblumen abgeerntet und umgepfluegt, die Farbe braun mit seinen Schattierunen wird dominierenden. Und de Weinlese beginnt.
Am Tag nach der Wanderung haben wir uns am Starnd von Sainte Maire (bei Perpignan) erholt. Waehrend der Hauptsaison kann man da nicht hin, da ist der Strand so voll wie die Arroganz-Arena in Muenchen. Aber jetzt nur Rentner und ein paar Deutsche, die die angenehmen Temperaturen der Nachsaison, das noch warme Meer und den angenehm leeren Strand geniessen. Ach, war das schoen im Meer zu planschen! Der Ort an sich ist rein touristisch ausgerichtet und einige Geschaefte sind schon geschlossen.

Heute Abend war ich mit Guillaume noch in der Stadt beim Essen und einen Pastis trinken. Und es ist immer noch so warm, dass man Abends in Sandalen spazieren gehen kann, fein.

Eine Antwort auf „Weisser Strand und schwarze Berge“

  1. Hi Musti,

    hmmmmm, ja so ein Pastix, das wär’s jetzt!
    Freut mich, dass es Dir da unten gut geht! Wenn Du mal im Süpermarschee ein echtes Hinano-Bier aus Papeete siehst, probier’s mal, hat mir damals recht gut geschmeckt. Natürlich kein Vergleich gegen was aus Deiner oberbairischen Heimat Oberbayern…

    Bis dann!

    Andi

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